Jürgen Diestelmann ACTIO SACRAMENTALIS Die Verwaltung des Heiligen Abendmahles nach den Prinzipien Martin Luthers in der Zeit bis zur Konkordienformel. Mit einem Quellenanhang und mehreren Registern 436 Seiten Verlag der Lutherischen Buchhandlung, Gross- Oesingen, 1996. 436 S. ISBN3-86147-003-9. Das Buch ist im Buchhandel total vergriffen! Einzelne Exemplare konnten antiquarisch zurückgekauft werden. Diese können stark herabgesetzt abgegeben werden. - Bei Interesse bitte e-mail an: "Luther in Braunschweig"
Rezensionen zu „Actio sacramentalis“
(deutsch, englisch, schwedisch, dänisch, norwegisch)
Kirchenrat Dr. Karl-Hermann Kandler in: Theologische Literaturzeitung, 1996, Nr. 7/8
Der Vf. hat sich seit seiner Studienzeit mit der luth. Abendmahlslehre in dogmatisch-liturgischer Sicht befaßt (vgl. "Konsekration. Luthers Abendmahlsglaube in dogmatisch-liturgischer Sicht, Luthertum, H. 22, Berlin 1960) und legt nun als Emeritus das Ergebnis seiner Forschungen vor. Man spürt es dem Buch ab, daß hier ein Autor schreibt, der als Gemeindepfarrer (jahrzehntelang?) z. T. an exponierter Stelle in Braunschweig (Brüdern-St.Ulrici) das Altarsakrament verwaltet und die schönen Gottesdienste des Herrn gefeiert hat.
Gegenstand der Untersuchung ist "die Entwicklungslinie in der Lehre von der Konsekration und Actio Sacramentalis von Luthers Wolferinusbriefen bis hin zur Konkordienformel". Im1. Teil wird Luthers Lehre von der actio sacramentalis und Konsekration behandelt: Der Ansatz der Meßreform Luthers - Simon Wolferinus und sein "Zwinglianismus" Adam Besserer und andere - Johann Hachenburg und die neuen "Zwinglianer"(3-192); im 2. Teil der Kampf um die actio sacramentalis und Konsekration in einigen norddeutschen Städten: Hildesheim (Tilemann Crage) - Die Danziger Streitigkeiten - .Johannes Saliger in Lübeck und Rostock (193-322). Der Schlußteil (323-352 ) wendet sich der Darstellung von "Actio sacramentalis und Konsekration in der Konkordienformel zu, ein Ausblick streift den gegenwärtigen ökumenischen Bezug (353-362). Ein ausführlicher Quellenanhang (363-412) gibt die Möglichkeit, Dargestelltes noch einmal nachzuprüfen; freilich hat der Vf. schon seine Ausführungen mit einer Fülle von Zitaten belegt. Quellen- und Literaturverzeichnis bzw. Personen- und Sachregister sind beigefügt.
Mancher Leser wird wenig Verständnis für die Sorgen und Probleme unserer Väter haben, ja diese für einen "Rattenschwanz kultischer Zwangsfragen" halten (so ausgerechnet J. Baur, Abendmahlslehre und Christologie der Konkordienformel als Bekenntnis zum menschlichen Gott, in: ders., Luther und seine klassischen Erben, Tübingen 1993, S. 117 ff.). Aber mit Recht stellt der Vf. fest: "Über der lutherischen Messe lag die Faszination des Heiligen, die den Realpräsenzglauben Luthers widerstrahlte" (10). Und diese Faszination ist weithin, ja fast überall in der Gegenwart als einer Zeit der zweiten Aufklärung abhanden gekommen. Luthers Haltung war eindeutig: Unbedingt geboten sind bei der Feier des Altarsakramentes vom Einsetzungsbericht her die Anwesenheit einer Gemeinde, die Verwendung von Brot und Wein (und nicht irgendeines Saftes!), das Sprechen der Einsetzungsworte über diesen und die Austeilung des so Gesegneten. Seine Abendmahlslehre, vor allem seine Konsekrationsauffassung, ist in den Streitigkeiten mit Karlstadt und Zwingli einerseits, mit Wolferinus und Besserer andererseits geklärt worden. Luther nahm die Realpräsenz des Leibes und Blutes Christi so ernst, daß alles bei der Sakramentsfeier danach zu richten war. Wohl galt auch für ihn die "Nihil habet"-Regel, daß die Realpräsenz an die actio sacramentalis gebunden war und wir außerhalb der actio keine Gewißheit der Realpräsenz haben könnten. Aber das bedeutete nicht, daß außerhalb der actio mit den einmal gesegneten Elementen unachtsam umgegangen werden dürfe: "Durch die sumptio der Reliqua und die ablutio calicis wurde Vorsorge getroffen, daß auch nicht das Geringste von konsekrierten Abendmahlselementen über das Ende der actio sacramentalis hinaus übrigblieb" (8). Darum nahm Luther die Fälle Wolferinus und Besserer so ernst, darum kämpfte Saliger so kompromißlos, dessen gewiß, daß mittels der Konsekrationsworte "durch Gottes Macht etwas in sein Wesen gerufen, geschaffen wird, sofern die von Gott gegebene Ordnung eingehalten wird" (58). Für Luther ist die Konsekration "potissima et principalis actio in Sacramento" (WA Br 10, 348, Í7 f. ). Unangemessener Umgang mit dem Sakrament war für Luther Zwinglianismus. Unter diesen Verdacht gerieten nicht nur Wolferinus und Besserer ("vadat ad suos Zuinglianos", WA Br I 1, 259, 8 f.), sondern auch Crage. Wohl meinten sie alle, Lutheraner zu sein, aber ihre Haltung, vor allem Crages Leugnung der Notwendigkeit der Konsekration, verursachte einen regelrechten Volksaufstand" (204). Andererseits konnten sich in Danzig und zeitweise in Lübeck und Rostock die Philippisten durchsetzen. Doch gab es nicht nur Pfarrer, sondern auch Gemeindeglieder, die die von Luther abweichende Lehre anprangerten. Durch Erfahrungen aus seiner Zeit als Gemeindepfarrer weiß der Rez., daß auch heute Gemeindeglieder durchaus aufpassen, ob nachkonsekriert wird.1569 war diese Frage in Rostock Stammtischgesprächsstoff! Das war eine "mündige Gemeinde"! Die Konkordienformel schließt dann ein Verständnis der actio sacramentalis im philippistischen Sinne aus. So war der Kampf Saligers zuletzt doch nicht vergeblich (343).
In heutigen Lehrgesprächen sprechen Lutheraner nicht einheitlich, weil sie nicht einig sind im Verständnis der Realpräsenz des Leibes und Blutes Christi. In der Leuenberger Konkordie sprechen sie anders als in "Das Herrenmahl" bzw. im LimaPapier. Der Vf. gibt zuletzt Hilfen für die Praxis.
Für die sorgfältige Untersuchung ist dem Autor zu danken. Der beste Dank wäre, wenn die Achtung vor dem Altarssakrament wieder mehr Eingang in die lutherische Kirche fände.
Pfarrer em. Ernst Seybold +, im Mitteilungsblatt der Hochkirchlichen Vereinigung)
Buchbesprechung samt dogmatischen und ökumenischen Erwägungen
Ein Hochkirchler geht oft mit dem Thema " Eucharistie" um. Darum kauft er sich auch einschlägige Bücher und erwartet von ihrer Lektüre Erweiterung, Vertiefung, Korrektur und auch Bestätigung dessen, was ihm über das heilige Mahl Christi bereits bekannt ist. Das geht lange so zu, bis er sich denkt, nun wäre wohl nichts grundlegend Neues mehr zu erwarten; gewiß da und dort noch historische Einzelheiten, die ihm bisher unbekannt geblieben sind, Einzelaspekte, die das Gesamtbild farbiger machen, und sonst eben Vertiefung und Vergewisserung des Bekannten - auch dafür ist man ja immer wieder dankbar.
Ich gestehe: Mit größerer Erwartung ging ich nicht heran an die Lektüre der neuen Diestelmann-Arbeit. Jetzt nun gestehe ich: Ich habe aus ihr unerwartet für mich wirklich Neues gelernt! Ich habe durch dies Buch endlich Rätsel gelöst bekommen, die ich bisher nie lösen konnte! Ich kann für Pfarrer Diestelmanns Arbeit nur dankbar sein.
Vielleicht ist es gut, wenn ich keine stilgerechte Besprechung dieser Arbeit abfasse, sondern darlege, was ich durch sie nun erkannt habe, wobei ich auch Erkenntnisse nenne, die mir nicht erst (oder eventuell gar nicht) sie vermittelt hat, die aber wohl zum Gesamtverständnis des Themas gehören.
Zuerst: Es läßt sich nicht leugnen und leugnet auch niemand, daß den Berichten über die Einsetzung des heiligen Abendmahls zufolge diese Feier ein Vorgang in vier Akten war: l) Jesus nahm Brot und später Wein. 2) Er sagte Dank über dem Brot und später über dem Wein. 3) Er brach das Brot (eine Parallele später beim Wein fehlte). 4) Er reichte das Brot mit den Worten "Nehmet hin und esset..." - die Jünger nahmen die Speise, und später reichte er den Wein mit den Worten "Nehmet hin und trinket alle daraus... " - die Jünger tranken aus dem Becher. Schließlich sagte Jesus: "Solches tut..."
Unter den Anhängern Luthers und Melanchthon wurde nun folgende Regel aufgestellt: "daß nichts Sacrament sei, außerhalb dem eingesetzten Gebrauch". Diese Regel findet sich auch in der Konkordienformel: Solida Declaratio Artikel VII § 73; nach diesem Paragraphen wurde sie eben zitiert.
Für Luther bedeutete diese Regel dies: Jesus setzte das Altarsakrament ein mit den Worten "Solches tut... " Wir gleichfalls also haben bei unseren Abendmahlsfeiern die (richtigen!) Elemente zu nehmen, den Dank über ihnen zu sprechen, das Brot zu brechen, die Gaben auszuteilen, so daß die Gläubigen den Befehl Christi zum Essen und Trinken befolgen können, mithin die "actio sacramentalis" durchzuführen. (Genauer: Luther, ganz in Übereinstimmung mit der Tradition seit langen Jahrhunderten, sagte nun doch ganz unreflektiert nicht Dank über den Elementen, sondern, rezitierte den Einsetzungsbericht über ihnen - wobei er dann freilich, wiederum ganz der Tradition entsprechend, durchaus über die göttliche Macht der göttlichen Worte reflektierte. Und: Diestelmann verliert kein Wort über das Brotbrechen, wohl weil auch Luther es nicht erwähnte. ) Als nun Jesus beim ersten Abendmahl den Dank über den Elementen sprach, wurden sie zu seinem Leib und zu seinem Blut und blieben es bis zum Verzehr. Wenn wir "solches tun", werden auch bei uns durch das Sprechen des "Dankes" über den Elementen diese zu den eucharistischen Gaben und bleiben es auch bis zum Verzehr, und natürlich darf der in den konsekrierten Gaben präsente Christus auch angebetet werden.
Wenn aber nicht der Vollzug der ganzen Sakraments-Handlung geplant ist, wenn nur zu konsekrieren versucht wird, um eine Hostie für die Monstranz zu haben oder Christi Leib und Blut zum Aufopfern oder Oblaten fürs Tabernakel und zur Anbetung des da angeblich dann gegenwärtigen Christus statt für den 'Verzehr: dann ist von vorne herein nicht konsekriert.1
Wo die Feier aber richtig geplant ist und dann richtig durchgeführt wird, ist auch dasjenige Element Christi Leib bzw. Blut, das unvorhergesehen auf die Erde fällt oder auf die Kleidung eines Kommunikanten tropft oder aus dem Kirchenraum ins Haus eines kranken Kommunikanten gebracht wird (und also auch die ganze Zeit unterwegs) oder erst später bei einer anderen Abendmahlsfeier einsetzungsgemäß, d. h, zum Essen und Trinken, verwendet wird - bis dorthin ist es sorgfältig von unkonsekrierten Elementen getrennt aufzubewahren.
Freilich: Es muß eigentlich bekannt sein, wieviele Kommunikanten zu erwarten sind; dementsprechend viel oder wenig Brot und Wein sollte nur konsekriert werden; und das Passendste ist, am Ende alles Konsekrierte zu konsumieren, falls doch etwas übrig bleiben sollte - so entgeht man auch unnützen Fragen. Wenn jedoch, anders herum, einmal zu wenig konsekriert wurde, muß nachkonsekriert werden - auch beim Wein, denn schon der hl. Thomas sprach richtig, als er sagte, daß das Nichtkonsekrierte nicht konsekriert wird durch die Vermischung mit dem Konsekrierten.
(Nicht wirklich klar wurde mir durch Diestelmanns Buch, wie das mit dem faktischen Verlust der Krankenkommunion mit konsekrierten Elementen, die aus einer Gemeindefeier gebracht werden, seinerzeit gelaufen ist - es ist im Buch weder von eindrücklichen Aktionen Luthers für den Erhalt dieser Möglichkeit noch von eindrücklichen Aktionen Luthers für die - statt dessen - vollständige Abendmahlsfeier am Krankenbett die Rede, auch wenn eher nebenbei - hat man den Eindruck - Luther für die letztere Regelung plädierte.)
Melanchthon war aber zunehmend beim Abendmahlsthema nicht mit Luther einig. Für ihn bedeutete die genannte Regel: Christus hat das Sakrament nicht mit "Solches tut..." eingesetzt, und darum ist nicht die Handlung vom Nehmen - bis zum Essen bzw. Trinken der eingesetzte "Gebrauch", die eigentliche "actio sacramentalis", der vollständige "usus". Jesus hat vielmehr das heilige Abendmahl eingesetzt mit den Befehlen: "Nehmet hin und esset - und trinket - - - " Darum ist nur das Essen und Trinken derjenige "Gebrauch", auf den es ankommt. Vor, neben und nach diesem Gebrauch gibt es keine Realpräsenz. Das heißt: Es muß keineswegs durch uns auch über den Elementen "Dank" gesagt werden; wenn die Einsetzungsworte in einer Abendmahlsfeier verwendet werden, dann haben sie allein Verkündigungsbedeutung. Da sie niemals konsekrieren, können sie auch niemals nachkonsekrieren; eine erneute Verkündigung in der gleichen Feier wäre jedoch eine unsinnige Verdoppelung. Und da in einer Abendmahlsfeier überhaupt nichts Konsekriert wird, es sei denn durch Christus im Moment des Gebens und aus der Kraft der Worte der seinerzeitigen Einsetzungs-Feier, kann auch in keinem "konsekrierten" Element Christus zwischen einer "Konsekration" und dem Verzehr der Elemente angebetet werden, kann dann auch nichts "Konsekriertes" auf die Erde fallen und nach der Feier übrig bleiben, So werden nach einer solchen Feier auch niemals "konsekrierte" und unkonsekrierte Elemente wieder zusammengeworfen oder zusammengeschüttet: . es kommen immer nur unkonsekrierte Elemente zusammen. Es gelte ja auch: Es gibt keine "unio sacramentalis" von Christi Leib und dem irdischen Brot. bzw. von Christi Blut und' dem irdischen Wein, wie Luther das meint (der ja vom "Leibsbrot" und vom "Blutswein" sprechen konnte) - so etwas sei letztlich doch nur papistisch - was die Lutherschüler (und wohl auch schon Luther selbst) umgekehrt veranlaßte, Melanchthon und seine Schüler des Sakramentierertums zu verdächtigen.
Es ist Aufgabe des Diestelmann-Buches, die eben in möglichst knappen Worten dargebotenen Grundlinien des eucharistischen Realpräsenz-Verständnisses Luthers und Melanchthons dem Leser plastisch vor Augen zu führen. Das Buch erfüllt auch diese Aufgabe in einer eindrücklich umfassenden Weise - der man sich dringend stellen sollte, weil erst das plastische Verständnis der Dinge diese wirklich verstehen läßt! - durch die Darstellung von Streitfällen, bei denen die beiden genannten Abendmahlsauffassungen auf einander stießen. Eindrücklich sind auch die Hinweise darauf, daß so manche vermeintlichen Lutheraner jener Zeit sozusagen ganz unschuldig zu der Überzeugung gekommen waren, ihre Abendmahlsauffassung, die der von Melanchthon entsprach, sei die von Luther; solche Leute waren dann oft auch eines Besseren zu belehren. Echten Streit gab es jedoch da, wo bewußte Melanchthon-Schüler gegen bewußte und wissende Luther-Schüler standen oder umgekehrt; da wurde ganz im Stil jener Zeit erbittert gekämpft: mit Worten. Amtsentsetzung, Landesverweis, Haft. Und: sehr oft stand gerade die Gemeinde auf der Seite der lutherischen Abendmahlsauffassung - auch heute ist das im Prinzip nicht anders. Wahr geworden ist auch die Furcht der Luther-Schüler jener Zeit, daß der achtlose Umgang mit den Abendmahlselementen, wie er sich eigentlich aus der Melanchthon-Auffassung ergibt, die Abendmahlsfreudigkeit der Gemeinde spürbar vermindern wird - wenn Gemeindeglieder des inne werden, daß sie mit ihren entsprechenden Klagen von einem Pfarrer verstanden werden, erzählen sie betrübt von einschlägigen Erlebnissen, gegebenenfalls einschließlich der Trauermeldung: „Damals war ich das letzte Mal beim Abendmahl." (Ich rede aus eigener Erfahrung.)
Die Untersuchung der Streitfälle und der bei ihnen verwendeten Terminologie erlaubt schließlich Diestelmann, als eindeutiges Fazit seiner Untersuchung anzugeben: In der Konkordienformel findet sich, nach Ausweis der dort verwendeten Terminologie, Luthers und nicht Melanchthons Abendmahlsauffassung als lutherisches Bekenntnis fixiert.
Diestelmann hat allerdings am Ende seiner Arbeit auch zuzugeben: Schon im 17. Jahrhundert finden wir bei bewußt lutherisch-orthodox sein wollenden Dogmatikern Interpretationen des fraglichen Konkordienformel-Textes, die diesen auf den Kopf stellen und in ihm Melanchthons Abendmahlsauffassung formuliert sehen...
Damit war auch verraten, was Luther und seine Schüler bewegte: daß wirklich da ist, was die fromme Kommunion ermöglicht. Dagegen meinten Melanchthon und die Seinen immer wieder: Es komme vordringlich gar nicht darauf an, was denn nun wirklich da sei, sondern daß fromm und gesegnet kommuniziert werde. Verständlich, daß Luther und seine Schüler zu dieser Bestimmung des Verhältnisses von der unserem Glauben vorgegebenen Wirklichkeit und unserem Glauben nur ihr Nein sagen konnten.
Allerdings wäre es gut, wenn Diestelmann nicht so betrübt endete, wie er das tut. Gibt es keine anderen lutherischen Dogmatiker hinter der Konkordienformel als die in Abendmahlsdingen melanchthonisch denkenden? Und: Da sind doch auch Zeugnisse da für den Realpräsenzglauben gemäß der Auffassung Luthers, z. B. in lutherischer Zeit verfertigte Hostienbehältnisse, deren kostbare Art sie erkennbar als für konsekrierte Hostien bestimmt ausweist, oder die Konnmuniontücher, die den Abendmahlsgästen untergehalten wurden, damit nur ja nichts von der heiligen Speise zu Boden falle. Gibt wirklich nur die schwedische Kirchenordnung her, daß konsekrierte Hostien sorgfältig aufbewahrt werden müssen? (Man bedenke: eine Anweisung aus einer Zeit, in der in der römisch-katholischen Kirche noch lange nicht die barocken Tabernakel üblich waren!)
Überblicken wir Diestelmanns Buch nun noch einmal, dann zeigen sich weitere wichtige Dinge:
l) Auf Grund einiger Andeutungen Diestelmanns vermute ich jetzt, daß Luthers und seiner Schüler Anweisung, es sei nur so viel zu konsekrieren, wie im vorliegenden Fall gebraucht wird, nicht nur lose mit der Tradition verbunden ist, sondern sich noch stärker mit ihr verbinden lasse, als das Diestelmann andeutet - einem Hochkirchler geht ja immer Löhes Wort durch den Sinn, 'daß in der Kirche neu und falsch einerlei seien', daß sich also das Richtige zuerst einmal durch Traditionsforschung ergebe. Prinzipiell gilt diese Regel auch Luther gegenüber, Reformator hin oder her; "reformatorische Entdeckungen" sind für mich im Normalfall immer zuerst einmal suspekt.
2) Für Luther konnte die Transsubstantiation kein " Dogma" sein, aber sie war für ihn kein aufregendes "Theologumenon", das man irgend jemandem verbieten müßte; wenn mit ihm andere Christen glücklich sein wollten, dann sollten sie es seinetwegen. Für Melanchthon aber war die Transsubstantiation fast der schlimmste papistische Irrtum, überhaupt (übrigens ihren Sinn dabei völlig mißverstehend; sie hat ja auch etwas "Spiritualistisches" an sich, was Melanchthon, der "Spiritualist", völlig übersah). Und darum meinten auch Luthers spätere Schüler, sie müßten gegen die Transsubstantiation polemisieren um kein Haar weniger als die Melanchthonianer. So läuft es nun eben mit der "Wahrheit" - und so lief es mit ihr nicht nur auf der Papst-Seite, sondern auch auf der unseren.
3) In der Breite der Erscheinungen der Abendmahlsfeier konnte man Luther-Schüler und Melanchthon-Schüler nicht unterscheiden: sie alle zelebrierten im Normalfall schön und korrekt. Auch der in Abendmahlsdingen keineswegs wie Luther denkende Bucer versicherte, daß auch er nicht daran denke, konsekrierte und unkonsekrierte Gaben zu vermengen; für die Konsekrierten habe er eine eigene "capsula", und auch Melanchthon wollte das Überbringen der Abendmahlsgaben zu Kranken aus dem Gemeindegottesdienst nicht tadeln. Natürlich haben Melanchthon und seine Freunde und Schüler weder meine Zustimmung noch mein Herz, aber ihre im Normalfall bewiesene "ökumenische Ethik" will ich gerne bewundern - während ja heute jeder neue "protestantische" Einfall gleich einmal ausprobiert werden muß: Abendmahl ohne Ordination, mit Traubensaft, ohne Konsekration und Nachkonsekration, ohne Verzehr allen Konsekrierten usw., auch wenn darüber lutherisch denkende Gläubige vor den Kopf gestoßen werden. Mit Recht schließt Diestelmann mit einem Anhangskapitel, das auf die "ökumenische Ethik" im "Lima-Dokument" verweist und mindestens den Verzehr allen Konsekrierten nach einer Feier verlangt, ohne die Übereignung der Gaben zu Kranken auszuschließen, um daran die Klage anzuschließen, daß unsere Landeskirchen zwar ein Ja zu "Lima" gesagt haben, aber offensichtlich noch niemand einen offiziellen Handlungsbedarf gesehen hat, unsere Pfarrer nun auch entsprechend anzuweisen.
4) a) "Alles fließt", meinte der griechische Philosoph im Blick auf die Geschichte. Auch Kirchengeschichte muß wie ein fließendes Wasser sein und darf nicht zu einem stehenden Alt-Gewässer werden. Natürlich ist es bitter zu beobachten, daß die reine Lehre oft im fließenden Wasser der Kirchengeschichte keinen Platz zu haben scheint. Aber für mich ist es ebenso bitter zu beobachten, daß die reine Lehre in ein stehendes Alt-Gewässer kommt und darin auch - ich sage vorsichtig: irgendwie - aufhört, die reine Lehre zu sein. (Nebenbei: Das habe ich z. B. bei Aug. F. Chr. Vilmar gelernt. Dazu: Vgl. den Schluß-Satz von Punkt 2 hier!)
Darf ich nach diesen Grundsatzüberlegungen vorsichtig fragen, ob Diestelmann diese auch kennt? Meine Frage ist in dem - hoffentlich unzutreffenden - Eindruck begründet, für Diestelmann sei Luthers Autorität letztlich nicht hinterfragbar, es sei partiell immer noch rechtens, in der Sprache der damals Streitenden von Papisten und Meßpfaffen etc. zu sprechen, es sei tatsächlich einzig-biblisch klug, durch den Verzehr alles in einer Feier Konsekrierten am Ende dieser Feier allen spekulativen Fragen auszuweichen,
b) Dabei stellt sich mir jetzt die Frage, ob Luther, der Bucers "capsula" lobte und der der Überbringung der Kommunion aus der Kirche zu einem Kranken zustimmte und der schon auch einmal das Aufbewahren des Konsekrierten als Zeichen gegen die Ketzer erwog, mit "spekulativen Fragen" wirklich diejenigen meinte, die wissen wollten, ob die Realpräsenz über die Feier, in der die entsprechenden Elemente konsekriert worden sind, hinaus währt oder nicht. Er könnte ja auch nur diejenigen Fragen gemeint haben, die von der Art von Melanchthons berühmter Maus waren (Diestelmann erwähnte sie): 'man wird doch wohl nicht behaupten wollen, daß eine Maus, wenn sie eine "konsekrierte" Hostie anknabbert, etwas von Christi Leib bekommt! ' - eine Frage, die mehr von Melanchthons Spiritualismus verrät als von seiner Sorge um Christi Ehre.
Sicherlich kann man, wie Diestelmanns "Gewährsleute", die die Abendmahlsspeise mit dem biblischen Manna in Beziehung setzen, das nur für jeden Tag eigens gesammelt werden durfte und bei Übertretung dieses Befehls verdarb, und ebenso mit dem Passa-Mahl, das völlig verzehrt werden mußte (um so nahezulegen, daß eben doch nach der Feier nicht mehr Christi Leib und Blut vorhanden seien, auch wenn die konsekrierten irdischen Gaben noch vorhanden sind) - aber doch auch mit den Brotwundern Jesu, hinter denen das Übriggebliebene gesammelt werden mußte, auf daß nichts umkomme, und mit der biblischen Segenslehre: gesegnet ist gesegnet und bleibt gesegnet.
Wenn die lutherische Kirche - wie die Kirche sonst auch - Kinder tauft und dies ihr Tun zutreffend aus dem Gesamtzeugnis der heiligen Schrift begründet dem Faktum "zum Trotz", daß kein simpler Befehl zur Taufe von kleinsten Kindern in der Bibel steht, dann kann sie auch das'' Bleiben der Realpräsenz aus dem Gesamtzeugnis der Bibel heraus begründen, und nur so kann sie auch ihren unbefangenen Platz gewinnen da, wo allein sie ökumenisch gut aufgehoben ist: "Die lutherische Kirche kann mit ihrem unabdingbaren Bekenntnis zur Realpräsenz letztlich nur auf Seiten der orthodoxen und katholischen Kirchen stehen..." (Diestelmann S. 353.) Darum meine Frage: Hilft Diestelmann mit dem hier angezeigten Buch dem Luthertum bereits genügend, unbefangen seinen Platz in der Ökumene einzunehmen - mit Luther und notfalls (aber gar nicht sicher) auch gegen ihn, d. h. gegen seine gegebenenfalls allzu restriktive Anordnung, alles Konsekrierte sei nach einer Feier zu verzehren? Diestelmann erwähnt in dankenswerter Weise schwedische und amerikanisch-lutherische Sakramentsuntersuchungen, die natürlich der normale deutsche Protestant, in seinem Provinzialismus befangen, nicht liest2. Darum weiß bei uns auch kaum jemand, wie es in Schweden aussieht und daß in amerikanisch-lutherischen Gotteshäusern Tabernakel stehen. Ein Stück der sich hier zeigenden Unbefangenheit wäre auch unsereiner und also auch Diestelmann zu wünschen.
c) Die Frage des "Meßopfers" war nicht Diestelmanns Thema. Freilich mußte es ganz nebenbei erwähnt werden, es kommt ja in den seinerzeitigen Dokumenten vor. Da ist es gut zu erkennen: Diestelmann formuliert in diesen Zusammenhängen ökumenisch wohltuend vorsichtig. Und doch will es mir scheinen, als könnte man die entsprechenden Abschnitte seines Buches auch so formulieren, daß dadurch ein noch deutlicheres Eingebundensein des Verfassers in die positiven ökumenischen Entwicklungen unserer Tage in dieser Frage zu spüren wäre.
d) Jesus sagte Dank über den eucharistischen Elementen. Jahrhunderte hindurch verstanden weite Teile der Kirche dies Danksagen nicht mehr, sondern rezitierten an der Stelle, an der man hätte Dank sagen sollen, den Bericht von der Einsetzung des heiligen Altarsakramentes - mit der Überzeugung, wenn man das, was Jesus seinerzeit wirklich als bloße Deutung "längst" hinter der Konsekration verwendete (das ist mein Leib - mein Blut), rezitiere, werde konsekriert. (Könnte nicht aus dieser Tradition Melanchthon sogar sein Abendmahlsverständnis abgeleitet haben? Die Tradition sagte:
Die Worte "das ist mein Leib - mein Blut" konsekrieren. Melanchthon sagte sozusagen: Stimmt, aber eben im richtigen Augenblick! Eben beim Nehmen und Essen bzw. Trinken!)
Heute wird auch in jenen Teilen der Kirche, die die Konsekration mit den "Einsetzungsworten" verbunden haben, entdeckt, daß Jesus konsekrierte durch das Gebet, mit dem er über den Elementen Dank sagte, und daß es ihm die alte Kirche nachtat und daß wir gut daran tun, es ihm auch nach zu tun. Das ist eine Entdeckung, die eucharistische Erkenntnis nicht mindert, sondern vertieft, die die Kirchen, zu denen nach Diestelmann auch die lutherische gehören müßte, und andere Kirchen ebenso neu ökumenisch zu verbinden im Stande ist, die Gott seinen Christen heute schenkt, damit der Fluß ihrer Geschichte fließt und die Wasser, von denen sie lebt, lebendig bleiben. Es handelt sich also hier nicht um eine modernistische, von ungläubigen Entwicklungen unserer Tage hoch geschwemmte "Erkenntnis" einer an dogmatischen Fragen uninteressierten "modernen Ökumene". Nur: Wird sie ein " bekenntnistreues Luthertum" auch fassen können? Es wird sie nicht fassen können im Altwasser einer letztlich nur gestrigen "Orthodoxie" - es wird sie nur fassen können im unbefangenen Mitten-Inne-Sein im Strom der ganzen Kirchengeschichte. Und wieder- die Frage: Steht Diestelmann in diesem Strom bereits voll darinnen?
Doch kommen wir endlich zum Schluß: Diestelmann schrieb ein bedeutsames Buch - er schrieb es selbst zudem auch im technischen Sinn: die Druckvorlagen sind "seinem Computer" zu verdanken. Wer selbst mit einem Computer umgeht, weiß, was das bedeutet. Leider bedeutet das auch, daß dem Buch die Wohltat eines Lektors und Korrektors nicht zugute kam. Man merkt dies an den Druckfehlern (und denkt dabei traurig an die, die man selbst auch macht und immer wieder überliest). Ich erinnere mich jedoch keines wirklich gravierend-sinnentstellenden. Nur: Hans-Bernhard Meyer sollte durchgehend so heißen, nicht dann und wann auch einmal Franz-Bernhard Meyer.
Wie gesagt: Diestelmann schrieb ein bedeutsames Buch. Mir vermittelte es viele Erkenntnisse, die mir die heutige deutsch-protstantische Normaltheologie vorenthalten hat - mindestens vorenthalten hat dadurch, daß diese Erkenntnisse nicht auf dem Markt der heutigen deutsch-protestantischen Möglichkeiten selbstverständlich vorhanden sind, so daß man sie auch wie selbstverständlich mitbekäme. Darum: Diestelmanns Buch ist ein lebhafter Verkauf zu wünschen. Und dann: die Veröffentlichung in einem Verlag, der mehr für seine Verbreitung tun kann als der Herausgeber der jetzt vorliegenden ersten Auflage. (Ganz großartig wäre es, wenn dann auch alle Zitate - ob lateinisch oder englisch oder altdeutsch - in modernes Deutsch übersetzt wären !)
A.
Hofmann,
in: "LOGIA - A Journal of Lutheran Theology", Volume V, Number 4, p. 54-56.)
1. "Sic ergo definiemus tempus vel actionem sacramentalem, ut incipiat ab initio orationis dominicae, et duret donec omnes communicaverint, calicem ebiberint, particulas comederint, populus dimissus et ab altari discessum sit" (See Note 3) With these words Luther gave in 1543 - in a letter addressed to the Eislebian Pastor Simon Wolferinus (See Note 4) -a definition of the actio sacramentalis, the action that Christ instituted "in the night he was betrayed" (1 Cor 11:23) as the Lord's Supper.
2. There is a definition of the actio sacramentalis in the Formula of Concord too: "und heißet allhie usus oder actio, das ist Gebrauch oder Handlung, fürnehmblich nicht den Glauben, auch nicht allein die mündliche Nießung, sondern die ganze äußerliche, sichtbare, von Christo geordnete Handlung des Abendmahls, die Consecration oder Wort der Einsetzung, die Austeilung und Empfahung oder mündliche Nießung des gesegneten Brots und Weins, Leibs und Bluts Christi" (See Note 5)
3. Both definitions refer to the formula "Nihil habet rationem sacramenti extra usum a Christo institutum" bzw. "extra actionem divinitus institutam" (See Note 6) In the Formula of Concord it is marked as a"useful rule and guide" (nützliche Regel und Richtschnur). Therefore it is constituted as an important norm for the doctrine of the Lord's Supper.
4. Bjarne W Teigen in 1991 has examined the importance of this so-called "Nihil Rule," (See Mote 7) which is particularly mentioned in the Formula of Concord (SD VII, 73), because misunderstandings anddissensions had arisen among some teachers of the Augsburg Confession ("Meinungsverschiedenheiten zwischen einigen Lehrern des Augsburgischen Bekenntnisses") (See Note 8) on this common rule. In his essay he emphasizes: "It is the thesis of this paper that one can determine quite precisely what the Fathers of the Formula meant in SD VII, 73-90" Also E. F Peters (See Note 9) had been engaged inexplaining this rule and added various references in a dissertation.
5. There was a space of three decades between the definitions under 1 und 2 mentioned, in which various dissensions of the above-mentioned sort were going on. The best-known is the so-called Saligersche Streit expressly demonstrated by Wiggers (See Note 10) 150 years ago. In recent years the dispute was particularly demonstrated by Jobst Schöne (See Note 11) in the light of recently discovered printed items. Most of the researchers used mainly these two representations. Only Tom G. A. Hardt (See Note 12) used more sources than Wiggers and Schöne. I myself was able to present in Actio Sacra-mentalis some more handwritten sources too, partly from the possession of Flacius und Wigand. In this way some errors and misjudgements about the Saligersche Streit could be corrected.
6. Further diversities of opinion are for example the case of Tileman Crage, Superintendent in the town of Hildesheim 1553-1557. He lost this office, having a dispute with the rest of the pastors and the Town Council about the Sacrament of the Altar and other matters. Immediately before the Saligersche Streit the so-called Danziger Streit took place. All these quarrels were concentrated in confusions regarding the importance of the consecration within the actio sacramentalis and its consequences, arising from the different opinions on the "Nihil Rule".
7. The main root and crucial point in all these diversities had shown in 1543 already when Simon Wolferinus, pastor of St. Andreas at Eisleben, took side with Melanchthon's theses, which had been strictly repudiated by Luther in two letters. Melanchthon had interpreted the "Nihil Rule" in another way: Luther wanted it to be referred to customs only "relative ad extra," for example, when the sacrament would be kept longer than the actio sacramentalis for use in processions. Melanchthon, however, used this rule in order to define limitations within the Real presence, even within the actio sacramentalis.
8. It became obvious that Melanchthon could not even speak of a consecration of the bread and wine by the sacrament-administering pastor, as he was of the opinion that the order of consecration lies in the words "take bread and eat ... and drink ..." On the other side, Luther saw the order of institution in the action,which is described by the words "Do this ..." And even towards Karlstadt (and later on) Luther had stressed the creativity of the words of Christ spoken by the consecrating pastor. For Luther it was beyond any doubt: The bread consecrated is Christ's body, while for Melanchthon only the words spoken during the establishment by Jesus promised that his body and blood were received. Luther used the "Nihil Rule" as description of the action established and ordered by the Lord. Within this actio the Verba Testamenti, spoken by the pastor, create the Real Presence, ending with the sumptio by the communicants. Melanchthon, on the other side, takes the Nihil Rule as a description of duration of the Real presence, so that for him it ends with the end of the actio sacramentalis.
9. From this divergence of opinions, consequences arise in adminstrating the Sacrament. For example, Luther demands (a) that only as much bread and wine should be consecrated as will be required within the acto sacramentalis, and (b) nothing should remain beyond it, as in this case there might arise endless, indissoluble discussions about the end of the Real presence. For Melanchthon, however, the sumptio of the reliqua Sacramenti is rather a question of piety. Further consequences followed, regarding the valuation of the doctrine of transsubstantiation, the possibility of the adoration of the Sacrament etc.
10. Luther rejected the conceptions of Wolferinus (and therefore of Melanchthon too) as Zwinglianismus. Also he called the young chaplain Adam Besserer a Zwinglianer for he had roused public diasapproval through a careless administration of the sacrament. Besserer had to undergo disciplinary proceedings, and in the same manner others who did so too. This shows that the administration of the sacrament according to Luther's doctrine was a matter of fact in the churches of the Wittenberg Reformation.
11. On the other side, Melanchthon's authority as Präceptor Germaniae after Luther's death, his being considered as trustee of he Wittenberg reformation, and his conception of the "Nihil-Rule" were spreading. Johann Hachenburg, pastor at St. Michael in Erfurt, as a genuine Lutheran demonstrated in his two books this development and complained of it strenuously. Melanchthon called him Esel zu Erfurt (donkey at Erfurt)-and also he called Joachim Mörlin and other opponents to the "Zwinglianism" Zänker und Friedenstörer (quarrelers and peace-disturbers).
12. The Saligersche Streit comprises three periods:
a. the Lübecker Dispute of 1568 on the question of Nachkonsekration (reconsecration),
b. the Rostocker Dispute of 1569, leading to Saliger's dismissal by the so-called Abschied by the Mecklenburg Dukes, and
c. the Lübecker Dispute of 1574, fought by the town surgeon Lambert Fredeland, not by Saliger himself. The result was that the pastors of Lübeck and Rostock tended to Melanchthon's opinion of the actio sacramentalis as the whole Abschied. Saliger upheld Luther's consecration doctrine, despite some exaggerations, so his dismissal was an injustice.
13. The Braunschweig town-superintendent Martin Chemnitz, being just at that time engaged in establishing the Formula of Concord, managed to reconcile the pastors of Lübeck and Lambert Fredeland and to acknowledge Luther's doctrine of the Consecration in the so-called Reconciliatio of 1574. He even added one part of the Abschied of the Mecklenburg Dukes into the Formula of Concord, but adjusted with his improvements into Luther's opinion of the consecration. So Luther's doctrine ofthe consecration is saved obligatorily in this Formula.
NOTES
1.
In 1960 already appeared the brochure Konsekration. Luthers
Abendmahlsglaube in dogmatisch-liturgischer Sicht. An Hand von
Quellenauszügen dargestellt (Berlin: Luth. Verlagshaus, 19ó0).
2 Actio Sacramentalis. Die Verwaltung des Heiligen Abendmahles nach den Prinzipien Martin Luthers in der Zeit bis zur Konkordienformel. Luth. Verlagsbuchhandlung Groß Oesingen, (Distributed by Jürgen Diestelmann, Thunstr. 19 C, D- 38110 Braunschweig.)
3 Translation: "In this way let us define the time or the sacramental action, that it begins with the beginning of the Lord's Prayer and will last until all will have communicated, emptied the communion-cup,eaten up [the rest ot] the Holy Bread, folk will be dismissed and have left the altar."
4. WA Bfw. 11, Nr. 3894, S. 348.
5 .SD, VII, 86.
6. So in SD VII, 85. Translation: "Nothing has the character of asacrament apart from the use instituted by Christ, or apart from the divinely instituted action."
7. Bjarne W. Teigen, "The Nihil Rule Revisited," The Confessional Lutheran Research Society Newsletter. Trinity 1991 - Letter No. 24.
8. SD, VII, 73: "dissensiones quaedam inter aliquos Augustanae Confessionis theologos."
9. E. F. Peters, Origin and Meaning of the Axiom: Nothing Has The Character of a Sacrament Outside Of The Use, in Sixteenth-Century andSeventeenth-Centuy Lutheran Theology. (Th. D. Diss., Concordia Seminary, St. Louis, MO., 1968) This dissertation was available to me in the form of a Microfilm.
10. Julius Wiggers, "Der Saligersche Abendmahlstreit in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts," Z. f. hist. Theol XVIII, 1848, S. 613-666.
11. Jobst Schöne, Um Christi sakramentale Gegenwart. Der SaligerscheStreit 1568/69, Berlin, 1966.
12. Tom G. A. Hardt, Venerabilis et adorabilis Eucharistia. Eine Studie über die lutherische Abendmahlslehre im 16. Jahrhundert, Forschungen zur Kirchen- und Dogmengeschichte, Band 42, Göttingen 1988. Swedish Original: Venerabilis et adorabilis Eucharistia. En Studie i den lutherska Nattvardsläran under 1500-talet. Acta Universitatis Uppsaliensis, Studia Doctrinae Christianae Upsaliensia 9 (Uppsala 1971.)
Maria Nestele in: Diakrisis, Nr. 4, Dezember 1998 Mit diesen beiden Büchern legt der emeritierte Braunschweiger Pfarrer und Herausgeber des "BrüdernRundbriefes", Jürgen Diestelmann, den Ertrag seiner langjährigen Forschungen zur Lutherischen Abendmahlstheologie im16. Jhdt. vor. Die zugrundeliegende Studie "ACTIOSACRAMENTALIS" dokumentiert im gründlichen Quellenstudium Luthers Auffassung von Abendmahl und Konsekration, wie sie bis heute verbindlich Eingang in die lutherischen Bekenntnisschriften gefunden hat. Trotz seines streng wissenschaftlichen Charakters ist die Lektüre außerordentlich spannend. Der Vf. hat eine Fülle von teilweise unbekannten oder nur selten rezipierten Quellen verarbeitet, die das Buch zur provozierenden Anfrage auch an die heutige Abendmahlspraxis machen. Kaum jemand weiß heute, mit welcher Selbstverständlichkeit auch in lutherischen Gottesdiensten noch weit über die Reformationszeit hinaus bei den Einsetzungsworten das Wandelglöckchen geläutet, eine Nachkonsekration praktiziert oder die gesegneten Überreste des Abendmahls ehrfürchtig verzehrt wurden. Keineswegs waren dies nur "katholische Rudimente", sondern eine Praxis, die in der evangelischen Sorge um die Gewißheit im Blick auf das Altarsakrament auf Luther selbst zurückgeht. Beispielhaft sei hier nur der "Fall Besserer" im Jahre 1546 erwähnt. Adam Besserer, ein junger Kaplan, hatte eine gesegnete Hostie, die ihm versehentlich während der Abendmahlsfeier heruntergefallen war, anschließend wieder zu den unkonsekrierten Hostien in die Dose (Ciborium) zurückgelegt. Als Luther der Fall zu Ohren kam, forderte er spontan die Verbannung für den jungen Geistlichen. Besserer kam schließlich für uns unvorstellbar! - "nur" mit zwei Wochen Kerkerhaft davon. Im Begriff "Actio sacramentalis" konzentriert sich nach Diestelmann brennpunkt-artig Luthers Verständnis des Hl. Abendmahls als der ganzen, von Christus eingesetzten Handlung von den Eingangsgebeten an bis zur Entlassung der Kommunikanten. Der Vf. arbeitet überraschend klar heraus, daß Luther nicht nur an seinem Bekenntnis zur Realpräsenz des Leibes und Blutes Christi, sondern auch an seiner Auffassung hinsichtlich der Konsekration lebenslang kompromißlos festgehalten hat. Die Konsekration, d.h. das vollmächtig segnende Sprechen der Einsetzungsworte über Brot und Wein, ist für Luther der Höhepunkt der Abendmahlshandlung. Von ihrem Zeitpunkt an sind Leib und Blut Christi auf geheimnisvolle Weise realpräsent gegenwärtig. Die praktischen Konsequenzen, die Luther daraus zog, sind heute allerdings in Vergessenheit geraten. Diestelmann zeigt, daß es für Luther selbstverständlich möglich ist, Jesus Christus in den konsekrierten Elementen Brot und Wein anzubeten, wie das etwa im ehrfürchtigen Knien oder der Elevation, dem Emporheben der gesegneten Gaben, in der lutherischen Messe ihren sinnfälligen Ausdruck findet. Vor allem aber forderte der Reformator stets die sorgfältige Unterscheidung zwischen konsekrierten und nichtkonsekrierten Hostien sowie das ehrfürchtige Konsumieren der reliquia (des Übriggebliebenen). Gegen die röm.kath. Seite hat sich Luther zwar immer vehement gegen ein Auseinanderreißen oder Umfunktionieren der biblisch gebotenen Abendmahlshandlung gewendet, wie er es z.B. in Fronleichnamsprozessionen gegeben sah. Die Konsekration dürfe als ein Teilaspekt nicht aus dem Ganzen der "actio sacramentalis" herausgenommen und zu einem anderen Zweck als dem gläubigen Empfang gebraucht werden. Doch geschah diese scharfe Ablehnung bei ihm aus dem Gehorsam der Stiftung Christi gegenüber heraus. Sehr im Unterschied zu Melanchthon und dessen Schülern ging Luther jedoch niemals von einer verschwommenen "Aktualpräsenz" aus, die außerhalb des bloßen Essens und Trinkens keine klaren Aussagen über die Gegenwart von Leib und Blut Christi erlaubt. Es ist nach Diestelmann die große Tragik des Luthertums, daß die anstößig klaren Aussagen Luthers und der Bekenntnisschriften über die Konsekration später von den Schülern Melanchthons umgebogen und uminterpretiert worden sind. Nicht nur die ökumenischen Gespräche werden bis heute von der so entstandenen "Doppelzüngigkeit" gelähmt, daß man nämlich die Lutheraner ihrem Abendmahlsverständnis unterschiedliche Deutungen geben, je nach dem ob man mit katholischen oder reformierten Partnern verhandelt. Auch die ursprüngliche Sakramentsfrömmigkeit ist im protestantischen Raum in einen tiefen Winterschlaf gefallen, wie der Autor treffend beklagt. Der z.T. farbig illustrierte Band "Über die lutherische Messe" wendet sich mit 10 Abhandlungen zum Wesen des evang.-luth. Abendmahlsgottesdienstes und seiner liturgischen Praxis v.a. an theologisch interessierte Laien. Es werden praktisch-theologische Fragen allgemeinverständlich erörtert, etwa die Frage nach Saft oder Wein beim Abendmahl oder nach den einzelnen Zeremonien. Auch hier zeigt Diestelmann, daß Luthers Ideal niemals in "nackten" Predigtgottesdiensten bestand, sondern in einer für alle verständlichen und nachvollziehbaren Messe mit Verkündigung des Wortes Gottes. Jede Erneuerung des Gottesdienstes hat für Luther bei diesem Zentrum anzusetzen, also der durch die Konsekration geschenkten Gegenwart Christi in Brot und Wein. Beide Bücher sind gerade weil sie überhaupt nicht zeitgemäß erscheinen, hochaktuell. Sie gehören in die Hand eines jeden evangelischen Christen, der das Abendmahl liebt, v.a. aber jeden evangelischen Pfarrers, der in der Frage der Konsekration bereit ist, sich von den tröstlich klaren Aussagen Luthers stärken zu lassen.
Propst Dag Sandahl in Svensk Pastoraltidskrift, Nr. 37/1998. LUTHERS SYN PÅ NATTVARDEN Mycket av vad som framförs som »lutherskt" är i själva verket något annat än vad Luther själv menade. Det gäller inte minst frågan om nattvarden. Med utgångspunkt från bevarade dokument om hur Luther förvaltade sakramentet har Jürgen Diestelmann, församlingspräst och Lutherforskare i Braunschweig, i en bok analyserat luthersk uppfattning om sakramentet. Den för sin nattvardssyn så kritiserade högkyrkligheten är mycket luthersk, konstaterar här kontraktsprosten, teol. dr. Dag Sandahl, Två systrar. I efterhand och som bilden avtecknar sig i vanligt kyrkligt församlingsliv ter sig den kaotiska reformationstiden egendomligt konfliktfri. Martin Luther anslog teser på Slottskyrkans port i Wittenberg (om han nu gjorde det) och så rullade det hela igång. Fronten var emot Rom. Med tiden blev vi lutheraner och det är vi nu. Fast vilken Luther vi knyter an till kan diskuteras, med jan Redins ord om kyrkoherden på landet: Mången Luther hade han mött! Martin Luther kan användas emblematiskt i skilda sammanhang, från sinnebilden för individen som oförskräckt träder upp för sin övertygelse till fursteslickaren som anpassar sig efter maktens intresse. Med Carter Lindbergs bok The European Reformations (Blackwell, 1996) fick vi en genomgång av reformationsskeendet där motsättningarna kom till uttryck. Det var alls inte självklart vilken väg som skulle följas och diskussionerna rasade. Somligt från 1500-talets teologiska debatter ter sig förbryllande om än kanske i sitt sammanhang logiskt. Annat blir påminnelser om fronter som drogs mot Karlstadt och Münzer, mot Zwingli och Calvin. Komplicerat skeende Främst fungerar en bred historieskrivning som Lindbergs som en påminnelse om ett komplicerat skeende, där utgången aldrig var självklar och där vägvalet inte var enkelt. Reformationstiden är olika reformationsrörelsers lösningsförsök på samtida problem - och dessa rörelser var både flera och olika. I denna tid möttes de olika temperamenten och analytikerna; somliga försiktiga och auktoritetsbundna, andra friare och somliga mycket fria. Lindbergs breda teckning av 1500-talet är en läsupplevelse. I ett litet språkområde som värt är det väl enklast att läsa den på engelska 440-sidiga böcker blir sällan översatta om de handlar om teologihistoria. Jürgen Diestelmanns bok Actio Sacramentalis tar närmast utifrån insikten lex orandi, lex credendi upp frågan om sakramentsförvaltningen - eller som undertiteln lyder: Die Verwaltung des Heiligen Abendmahles nach den Prinzipien Martin Luthers in der Zeit bis zur Konkordienformel. Jürgen Diestelmann är väl känd i Sverige, under fyra decennier hat han publicerat sig och visat sig vara en lärd Luther- och liturgiforskare, som också läser svenska. På egen hand kan han alltså polemisera mot Bo Ahlbergs mening (i avhandlingen Laurentius Petris nattvardsuppfattning, 1964) att det skulle vara svårt att få besked om Luthers konsekrationsuppfattning. Just genom att granska och ställa i relief Luthers förvaltande av nattvarden mejslar han fram en luthersk nattvardsteologi, som sträcker sig vida utöver det som i protestantisk tradition skulle gälla som "lutherskt". Han skriver programmatiskt inte bara för fackteologer, utan vill med sin forskning ge dem som brukar gå till nattvarden fördjupade insikter. Så hat han också arbetat som församlingspräst i Braunschweig och sett till att hans forskning relaterat till församlingens liv. Hans imponerande lärdom är inte den kammarlärdes, utan den systematiskt skolade pastoralteologens vetande. Martin Luthers ställningstagande är glasklart. Från reformationstidens början och till sin död hävdar han Kristi verkliga närvaro i nattvarden. Instiftelseorden är Heisselworte und Thettelworte, ord som Gud befallt ska sägas och som skapar vad de säger. Dessa ord är potissima et principalis actio in Sacramento. Gränsen mot Zwingli är dragen - men också mot talrika kontrahenter som på denna punkt hävdade något annat än Luther. Alla buntades av Luther samman under beteckningen "zwinglianer", indirekt också Melanchthon. Melanchthon uppfattade nämligen orden "tag och ät, detta är min kropp" som de egentliga instiftelseorden, varför tonvikten kom att ligga på mottagandet. För honom handlade det inte om ett sakrament utan bruket: hanc meam propositionem: nihil habet rationem sacramenti extra institutum usum. Att detta varit en nattvardsteologi som förts vidare inom delar av lutherdomen behöver man inte påpeka, men luthersk är inte tanken. Zwingli för sin del tolkade orden "gör detta till min åminnelse" som en uppmaning att samla det troende folket till tacksägelse. Konsekrationsorden verkade ingenting med brödet och vinet - och detta var skillnaden mellan Luthers uppfattning och hans, menade Zwingli i sitt berömda yttrande om "der Span" mellan de båda teologerna. Luthers syn på de konsekrerande instiftelseorden får naturligtvis följder för hur man ser på det som blir över vid nattvardsfirandet. I Wittenberg visste man sig vara i överensstämmelse med Kyrkans gamla Tradition, när det var självklart att med vördnad behandla det konsekrerade. I Leipzig påstods att konsekrerat vin hålldes ut på jorden, ett påstående som förskräckte. I Wittenberg förtärdes det som blev över i kalken. Det som en gång är konsekrerat är Kristi kropp och blod. Adjunkten Märta Schultz var kyrkvärd och sedermera hederskyrkvärd i Kalmar domkyrka. Som mycket ung präst firade jag högmässa. I sakristian frågade hederskyrkvärden: "Herr pastor, varför eleverar ni?" jag svarade: "Det gör jag i lutherskt nit." Efter att ha läst Diestelmann måste jag konstatera att det var ett väldigt bra svar. Då hade jag lärt mig något om detta i kyrkodagsboken Välsignelsens kalk (1962), där Eric Segelberg undervisat. I svensk högkyrklighet finns en mycket tydlig luthersk sakramentsteologi. Den misstänkliggjordes som romersk på 1950-talet (och väl också i den »nyprotestantiska» tid som är vår). Ekumeniska frågeställningar Jürgen Diestelmann har på ett berikande sätt komplicerat den sortens polemik och ställt lutherdomen i en ekumeniskt fruktbärande och förpliktande position. Boken avslutas nämligen med ett resonerande avsnitt om moderna ekumeniska frågeställningar, där Diestelmann (med E.A. Peters och hans otryckta doktorsavhandling från Concordia Seminary 1968) pekar på hur relevanta reformatorernas frågor om nattvarden är i dagens debatt, och hur viktigt det är att göra reda för den teologi som ligger bakom sakramentsförvaltning och ämbete. När man inte gör det, kommer det lutherska bidraget inte att vara trovärdigt; det som betonas i samtal med Rom och de ortodoxa försvinner i samtalet med de reformerta. Påpekandet är spetsigt, men dessvärre bara alltför sant. Som sagt: 440-sidiga böcker blir sällan översatta om de handlar om teologihistoria. För dem som läser tyska blir det så mycket angelägnare att tillgodogöra sig Diestelmanns bok och gå in i de nattvardsstrider som utspelade sig i Hildesheim, Lübeck och Danzig. Wolferinus, Besserer, Hachenburg, Crage och Saliger liksom den väldige Chemnitz förser oss med argument och ställningstaganden. Så kommer det att stå klart vad som egentligen är lutherdom och vad som inte är det. Just med hjälp av Diestelmanns bok blir begreppet »luthersk» inte bara ett slagord att postmodernistiskt tolka efter behag, utan ett begrepp som fylls med teologiskt innehåll och som låter sig avgränsas. Att Diestelmann dessutom tagit fram och publicerar ett källmaterial, varav somligt tidigare varit mycket svåråtkomligt, måste särskilt framhållas. Genom sin arkivmöda låter han döda teologer komma till tals och göra teologi levande och teologiska motsättningar gripbara. Übersetzung des vorstehenden Textes von Propst Dag Sandahl: LUTHERS Auffassung vom Hl. Abendmahl Vieles von dem, was als "lutherisch" angesehen wird, ist in Wirklichkeit etwas anderes als das, was Luther selbst meinte. Das gilt nicht zuletzt in der Frage des hl. Abendmahles. Ausgehend von erhaltenen Dokumenten darüber, wie Luther das Sakrament verwaltete, hat Jürgen Diestelmann, Gemeindepfarrer und Lutherforscher in Braunschweig, in einem Buch die lutherische Sakramentsauffassung untersucht. Die für ihre Abendmahlsauffassung so sehr kritisierte Hochkirchlichkeit ist sehr lutherisch, stellt Propst, Dr. theol. Dag Sandahl, von der "Två systrar"-Gemeinde, Kalmar, hier fest. Aus späterer Sicht zeichnet sich in gewöhnlichen kirchlichen Gemeindeleben als Bild die Vorstellung ab, daß die chaotische Reformationszeit eigentümlich konfliktfrei war. Martin Luther schlug Thesen an die Tür der Schloßkiche in Wittenberg an (wenn er dies wirklich tat) und so kam das Ganze in Gang. Die Front bestand gegenüber Rom. Mit der Zeit wurden wir zu Lutheranern und das sind wir nun. Aber an welchen Luther wir anknüpfen, kann erörtert werden, um mit Jan Redins Wort eines Pfarrers auf Land zu reden: Manch einem Luther sei er begegnet! Martin Luther kann man in verschiedenen Zusammenhang als Sinnbild benutzen, von dem Sinnbild eines Einzelwesens, das unerschrocken für seine Überzeugung auftritt bis hin zum Fürstendiener, der sich dem Interesse der Macht anpaßt. Mit Carter Lindbergs Buch "The European Reformations" (Blackwell, 1996) bekamen wir eine Behandlung des Reformationsgeschehens, bei dem die Gegensätze zum Ausdruck kamen. Es war gar nicht selbstverständlich, welchen Weg man einschlagen sollte und die Diskussionen tobten. Einige der theologischen Debatten des 16. Jahrhunderts erscheinen verwirrend, wenn auch vielleicht in ihrem Zusammenhang logisch. Anderes erinnert an die Fronten, die gegen Karlstadt und Münzer, gegen Zwingli und Calvin aufgerichtet wurden. Kompliziertes Geschehen In erster Linie gibt es eine breite Geschichtsschreibung wie die Lindbergs als eine Erinnerung an ein kompliziertes Geschehen, bei dem der Ausgang niemals selbstverständlich war und bei dem der Verlauf nicht einfach war. In der Reformationszeit gab es verschiedene Reformationsbewegungen, von denen jede versuchte, dasselbe Problem zu lösen - und diese Bewegungen waren zahlreich und verschieden. In dieser Zeit begegnen sich die verschiedenen Temperamente und Analytiker; einige vorsichtige und autoritätsgebunden, andere freier und einige sehr frei. Lindbergs breite Darstellung des 16. Jahrhunderts zu lesen, ist ein Erlebnis. In einer Gegend [wie der unseren], deren Sprache nur wenig verbreitet ist, ist es wohl am einfachsten englischsprachige 440-seitige Bücher, die selten übersetzt werden, zu lesen, wenn sie um die Theologiegeschichte geht. Jürgen Diestelmanns Buch Actio Sacramentalis nimmt zunächst von der Einsicht des "lex orandi, lex credendi" aus die Frage der Sakramentsverwaltung auf - oder wie der Untertitel lautet: "Die Verwaltung des Heiligen Abendmahles nach den Prinzipien Martin Luthers in der Zeit bis zur Konkordienformel." Jürgen Diestelmann ist in Schweden wohl bekannt. Seit vier Jahrzehnten gab er Veröffentlichungen heraus und erwies sich als ein gelehrter Luther- und Liturgieforscher, der auch schwedisch liest. Aus direkter Kenntnis kann er also gegen Bo Ahlbergs Ansicht (in der Abhandlung Laurentius Petris nattvardsuppfattning, 1964) polemisieren, daß es schwierig sei, über Luthers Konsekrationsauffassung Bescheid zu bekommen. Gerade dadurch, daß er Luthers Abendmahlsverwaltung untersucht und wie in einem Relief herausmeißelt stellt er eine lutherische Abendmahlstheologie dar, die weit über das hinausgeht, was in der protestantischen Tradition als "lutherisch" gilt. Er schreibt programmatisch nicht nur für Fachtheologen sondern will mit seiner Forschung denjenigen, die zum Abendmahl zu gehen pflegen, vertiefte Einsichten geben. So hat er auch als Gemeindepfarrer in Braunschweig gearbeitet und darauf geachtet, daß seine Forschung in Beziehung zum Gemeindeleben steht. Seine beeindruckende Gelehrsamkeit ist nicht die eines Stubengelehrten, sondern das systematisch geschulte Wissen des Pastoraltheologen. Martin Luthers Stellungnahme ist glasklar. Von Anfang der Reformationszeit an und bis zu seinem Tod, hielt er an der wirklichen Gegenwart Christi im Abendmahl fest. Die Einsetzungsworte sind Heisselworte und Thettelworte, Worte, die Gott befahl zu sprechen und die schaffen, was sie sagen. Diese Worte sind potissima et principalis actio in Sacramento. Die Grenze gegenüber Zwingli ist gezogen - aber auch gegenüber zahlreichen Kontrahenten die an diesem Punkt etwas anderes behaupteten als Luther. Sie alle wurden von Luther in der Bezeichnung "Zwinglianer" zusammengefaßt, indirekt auch Melanchthon. Melanchthon faßte nämlich die Worte "Nehmet hin und eßt, dies ist mein Leib" als die eigentlichen Einsetzungsworte auf, weshalb das Schwergewicht auf den Empfang zu liegen kam. Für ihn handelte es nicht um ein Sakrament, sondern um einen Brauch: Hanc meam propositionem: nihil habet rationem sacramenti extra institutum usum. Daß dies eine Abendmahlstheologie war, die innerhalb von Teilen des Luthertums weiter geführt worden ist, braucht man nicht weiter zu betonen, aber lutherisch ist der Gedanke nicht. Zwingli seinerseits übersetzte die Worte "Tut dies zu meinem Gedächtnis" als eine Aufforderung das gläubige Volk zur Danksagung zu versammeln. Die Konsekrationsworte bewirkten für ihn bei Brot und Wein nichts - und dieses war der Unterschied zwischen Luthers Auffassung und seiner, meinte Zwingli in seiner berühmten Äußerung über "den Span" zwischen den beiden Theologen. Luthers Auffassung von den konsekrierenden Einsetzungsworten, hat natürlich Folgen im Hinblick dafür, wie man das, was bei der Abendmahlsfeier übrig bleibt, ansieht. In Wittenberg wußte man sich mit der alten Tradition der Kirche in Übereinstimmung, in der es selbstverständlich war, das konsekrierte mit Ehrerbietung zu behandeln. In Leipzig wurde behauptet, daß konsekrierter Wein auf die Erde ausgegossen wurde, eine Behauptung. die Erschrecken hervorrief. In Wittenberg wurde dasjenige, das im Kelch übrigblieb verzehrt. Was einmal konsekriert ist, ist Christi Leib und Blut. Adjunkt Märta Schutz war Kirchenälteste und später Ehrenkirchenälteste im Dom zu Kalmar. Als sehr junger Priester feierte ich dort Hochmesse. In der Sakristei fragte die Ehrenkirchenälteste: "Herr Pastor, warum elevieren Sie?" Ich antwortete: "Das tue ich aus lutherischem Eifer." Nachdem ich Diestelmann gelesen habe, muß ich feststellen, daß eine sehr gute Antwort war. Damals hatte ich mich hierüber durch die Lektüre des Kirchentagsbuches "Välsignelsens Kalk" (1962) von Eric Segelberg unterrichtet. In der schwedischen Hochkirchlichkeit gibt es eine sehr deutlich lutherische Sakramentstheologie. Sie wurde in den 50-er Jahren als römisch verdächtigt (und wohl auch in der »neuprotestantischen» Zeit wie es die unsere ist). Ökumenische Fragestellungen Jürgen Diestelmann hat auf eine bereichernde Weise die Polemik dieser Art kompliziert und das Luthertum in eine ökumenisch nutzbringende und verpflichtende Position gestellt. Das Buch wird nämlich abgeschlossen mit einem Abschnitt über moderne ökumenische Fragestellungen, wo Diestelmann (mit E.A. Peters und seiner ungedruckten Dissertation des Concordia Seminary 1968) aufzeigt, wie relevant Fragen der Reformatoren über das Abendmahl für Debatten unserer Tage sind und wie wichtig es ist, Klarheit zu schaffen in der Theologie, die hinter Sakramentsverwaltung und Amt liegt. Wenn man das nicht tut, wird der lutherische Beitrag nicht glaubwürdig sein; was im Gespräch mit Rom und den Orthodoxen betont wird, verschwindet im Gespräch mit den Reformierten. Dieser Hinweis ist zugespitzt, aber leider nur allzu wahr. Wie gesagt: 440-seitige Bücher werden selten übersetzt, wenn sie von der Theologiegeschichte handeln. Für diejenigen die deutsch lesen, wird es um so angelegener sein, sich Diestelmanns Buch zu nutze zu machen und sich mit den Abendmahlsstreitigkeiten zu befassen, die in Hildesheim, Lübeck und Danzig ausgetragen wurden. Wolferinus, Besserer, Hachenburg, Crage und Saliger ebenso wie der gewaltige Chemnitz versorgen uns mit Argumenten und Stellungnahmen. So wird klar, was eigentlich Luthertum ist und was es nicht. Gerade mit Hilfe von Diestelmanns Buch wird der Begriff »lutherisch» nicht zu einem bloßen Schlagwort, postmodernistisch nach Belieben zu deuten, sondern zu einem Begriff, der mit theologischem Inhalt gefüllt wird und der sich abgrenzen läßt. Daß sich Diestelmann außerdem Quellenmaterial vornahm und veröffentlichte, von dem einiges früher sehr schwer zugänglich war, muß besonders hervorgehoben werden. Durch sein Archivstudium läßt er tote Theologen zu Worte kommen und macht lebendige Theologie und theologische Gegensätze greifbar.
Pastor Bent Honoré, Værløse in „RE-FORMATIO", Meddelelser om kirkelig Fornyelse, 3/juli 1999)
For luthersk kristendom burde spørgsmålet om Kristi legemes og blods reale nærvær i nadverelementerne udgøre et livsvigtigt anliggende i sakramentslære, fromhedsliv og sakramental praksis.
Det spørgsmål, jeg her vil beskæftige mig med, er realpræsensens begyndelse og varighed og dermed præsternes varetagelse af de tiloversblevne nadverelementer reliqua sacramenti.
Den sædvanlige opfattelse heraf i størstedelen af folkekirken og formodentlig i de fleste lutherske kirker verden over er, at hvad der bliver tilovers efter altergangen, ikke længere er Kristi legeme og blod, at realpræsensen med andre ord er ophørt. Den hertil svarende praksis er, at de indviede oblater og den indviede vin lægges og hældes tilbage til de ikke-indviede elementer.
At behandle det indviede på samme måde som det ikke indviede står i total modsætning til Luthers opfattelse og praksis, som skildret af Jürgen Diestelmann i dennes banebrydende bog fra 1996, "Actio sacrarnentalis".
Hans bog fremdrager nye kilder og redegør indgående for Luthers og Melanchtons lære om nadverhandlingen, nadverstriden i Nordtyskland, konkordieformlens stillingtagen og aktuelle Økumeniske perspektiver. Den historiske del af min artikel bygger på Diestelmanns forskning.
Det er Melanchton, der er den åndelige ophavsmand til sporskiftet i dele af samtidens og eftertidens lutherdom. Han gjorde det endog så groft, at han i 1540 tillod sig at ændre C.A.'s paragraf 10, om nadveren.
Det drejer sig om forståelsen dels af den ophøjede Kristus' forhold til det begrænsede og lokale, dels af indstiftelsesordene og deres placering i nadverhandlingen, "actio sacramentalis" eller "usus".
Den kristologiske baggrund er Melanchtons opfattelse af den ophøjede Kristus' forhold til det begrænsede og lokale. Melanchton opgav Luthers lære om Kristi legemes allestedsnærværelse. Hans argumenter mod Kristi allestedsnærværelse har delvis berøring med Zwinglis.
Realpræsens begyndelse
Melanchton havde en ejendommelig opfattelse af indstiftelsesordene og deres placering i nadverhandlingen ("Actio sacramentalis" eller "usus"). Indstiftelsesordene var for Luther: "Gør dette til min ihukommelse". Melanchton derimod opfattede ordene "tag dette etc." som indstiftelsesbefalingen. Nadverhandlingens centrale indhold består derfor i at tage og nyde, altså kommunionen. Realpræsensen indtræder for Melanchton først under nadvernydelsen og ophører straks efter denne. Hans lære er "funktionel".
Melanchton forestiller sig i Øvrigt realpræsensen noget anderledes end Luther. Nærværet er Kristi persons nærvær, mere end det er hans legemes og blods nærvær, stærkt forbundet med selve elementerne.
For Luther derimod består nadverhandlingen af en række enkeltbestanddele. Af disse er den højlydte fremsigelse af indstiftelsesordene, (konsekrationen) den afgørende. Her er det Kristus selv, der taler gennem præsten og bevirker sit legemes og blods tilstedeværelse i elementerne. Allerede når indstiftelsesordene har lydt, altså før kommunionen, er realpræsensen indtrådt. Allerede da bærer præsten Kristi legeme og blod i sine hænder. Dette understreges ved, at præsten løfter dem op (elevatio), i nogle af de lutherske reformationskirker ved at præsten præsenterer dem for menigheden (ostensio), og ved at menigheden efter indstiftelsesordene tilbeder det i elementerne nærværende legeme og blod ved knæfald (adoratio).
Medens altså realpræsensen for Luther begynder samtidig med/efter indstiftelsesordene og før kommunionen, begynder realpræsensen for Melanchton først, når nadvergæsten modtager elementerne, altså ved kommunionen.
Realpræsensens varighed
Det var blevet et aksiom i den daværende lutherske teologi, at "intet har et sakramentes beskaffenhed uden for den brug, der er indstiftet af Kristus" eller uden for den "handling", der er guddommeligt indstiftet. "Nihil habet rationem sacramenti extra usum a Christo institutum" eller "extra actionem divinitus institutam", jfr. Konkordieformlen VII 85. Disse udtryk, "nihil habet", "extra usum" eller "extra actionem" kommer til at spille en afgørende rolle og fortolkes forskelligt. Denne regel stammer via Melanchton måske fra Zwingli.
Udtrykket "sacramente", brugt om nadveren, blev hovedsageligt forstået om nadverelementerne. Uden for den indstiftede brug var de ikke længere sakramente.
For Melanchton var det kun nadvernydelsen, kommunionen, der var "brugen", (usus eller actio). Når kommunionen var forbi, var nadverelementerne derfor ikke længere Jesu legeme og blod. Realpræsensen var ophørt. Så var det kun almindelig brød og vin, som man teoretisk set kunne tage med hjem og spise og drikke i husholdningen. Det Ønskede Melanchton dog ikke i praksis - men ikke af teologiske, kun af pietetsmæssige grunde. For ikke at forarge traditionelt tænkende kristne, der ikke havde tilegnet sig det nye syn, skulle tiloversblevne nadverelementer fortæres.
For Luther omfattede usus eller actio andre bestanddele før og efter kommunionen. Luther bestemte, at det eventuelt tiloversblevne skulle fortæres. Hertil havde han flere motiver. Først og fremmest ville han undgå problemerne med opfattelsen af og behandlingen af det tiloversblevne.
Det viste sig at være et forfængeligt håb. Han undgik ikke dette problem. For hvad skulle man gøre i de tilfælde, hvor man alligevel ikke havde fortæret det tiloversblevne?
Det viste sig nu, at Luther under ingen omstændigheder tolererede, at man lagde det indviede brød sammen med det uindviede. Det skulle opbevares i et særligt hostiegemme, en såkaldt "capsula". I en religionssamtale med Bucer omkring Wittenbergerkonkordien spillede det en afgørende rolle, at Bucer forsikrede ham om, at det tiloversblevne, som Bucer dog selv ikke opfattede som sakramente, ikke blev lagt tilbage til det uindviede, men ifølge Bucer blev lagt "i en capsula, men med den skyldige ærbødighed".
I tilfældet "Adam Besserer" skete der så det, at kapellan Besserer rakte den sidste nadvergæst en uindviet oblat og derefter lagde en bortkommet indviet hostie tilbage i dåsen blandt de uindviede oblater. Da han af en bonde blev kritiseret for sin uagtsomme omgang hermed, svarede han: "det er en og samme ting og ingen forskel mellem indviede og uindviede dele". Gennem Besserer var den situation indtruffet, som Luther ville undgå, ved at alle elementer skulle fortæres.
Der blev rejst tjenestesag mod Besserer og indhentet responsum fra Luther. Luther svarede, at det var at udvise foragt for Gud at anse indviede og uindviede for en og samme ting. Besserer skulle ikke fængsles, men ekskluderes fra vore kirker og gå til sine zwinglianere.
Man kan altså fastslå, at for Luther forbliver de indviede nadverelementer også efter gudstjenestens afslutning indviede og følgelig ikke skal sammenblandes med det, som ikke er indviet.
Realpræsens eller diffus indviethed?
Forholder det sig sådan, at nadverelementerne efter gudstjenestens afslutning for Luther stadig er bærere af realpræsensen og ikke blot har en mere diffus form for "hellighed"? Til belysning af dette spørgsmål kan nævnes, at Luther godkendte den oldkirkelige skik at bære nadveren fra kirken til de syge uden at gentage konsekrationen der. Når denne skik med at bære de indviede gaver til de syge ikke holdt sig, skyldes det bl. a., at nadveren skulle uddeles under begge skikkelser, og at det derfor var vanskeligere at overføre den fra kirken til hjemmene. Det var altså en praktisk grund. En teologisk grund har været ønsket om at delagtiggøre kommunikanten i indstiftelsesordene før kommunionen.
At bære nadveren fra kirken til den syge må imidlertid indebære, at den fulde realpræsens tidsmæssigt ikke blot er knyttet til nadverhandlingen i kirken, men er af længere varighed. Desuden er Luthers kritik af Kristi legemsprocessionerne ikke rette mod troen på den her i forudsatte realpræsens, men mod den efter hans mening uretmæssige brug, der her gøres af hostien.
Man kan også nævne Luthers tolerante indstilling til transsubstantiationslæren, som Melanchton derimod opfattede som kilden til afgudsdyrkelse. Dette sammen med ovennævnte og andre forhold gør det sandsynligt, at Luther har regnet med, at de indviede elementer ikke bare bevarede en diffus hellighed, men den fortsatte fulde realpræsens. Det er imidlertid lige så klart, at lutherske kirker ikke uden skade kan fortsætte med i et så vigtigt spørgsmål kun at have begrundede formodninger, men efter min mening utvetydigt må lære og bekende sig til realpræsensens fortsættelse.
Melanchton som "zwinglianer"
Melanchton prøvede længst muligt at skjule sin divergens og modarbejdede Luthers nadverlære bag dennes ryg. Dette er et trist kapitel i denne udmærkede mands virke. Til sidst stod Melanchton i sin nadverlære tættere på Bucer end på Luther. Da Luther omsider i 40'erne bliver sig dele af uenigheden bevidst, er det kun kurfyrstens indgriben, der forhindrer Luther i offentligt at betegne Melanchton som zwinglianer i nadverlæren.
Det skal til sidst nævnes, at efter nadverstridighederne er det Luthers opfattelse af konsekrationen, der sejrer i konkordieformlen. Derimod er det Melanchtons opfattelse, der er mest dækkende for den nadverpraksis, der dominerer i nutidens folkekirke, og formodentlig i de fleste andre lutherske kirker, hvor det konsekrerede uden videre blandes med det ukonsekrerede, ja hvor ukonsekreret uddeles til nadvergæsterne.
Foragten for sakramentet, målt med Luthers alen, er også i denne henseende meget stor. Det er zwinglianisme.
Melanchton har en række teologiske fortjenester. Luther satte ham med rette meget højt. Men nadverlæren var måske hans svageste punkt.
Efter disse historiske bernærkninger baseret på Diestelmanns bog vil jeg tilføje nogle få personlige overvejelser om, hvad det kan betyde for nogle af de lutherske kirker i fremtiden.
Traditionsorienteret luthersk nadverreform
Luthers fastholdelse af realpræsensen er efter min mening en af de stærkeste sider ved den lutherske reformation set i relation til andre reformatorers nadversyn. Her er der noget, som er uopgiveligt i en luthersk kirkelig identitet. Derfor burde der også gøres op med melanchtoniansk nadverlære og -praksis. Det rejser også spørgsmålet om anvendeligheden af Melanchton/Zwinglis nihil habet-aksion.
Luthers opgør med datidens misbrug og hans bud på en mere bibelsk og kirkelig nadverforståelse og -praksis var under de givne omstændigheder tæt på det optimale. Dette betyder dog ikke, at opgaven i dag blot består i at vende tilbage til nadveren i Wittenberg.
Luthers nadverforståelse har trods sine store fortrin nogle mangler og skævheder, som der rettes op på i vor tid. Således er i vore dage bl. a. offermotivet kommet ind i den lutherske messe, bl. a. i folkekirken. Epiklesen er indført. Embedets apostoliske sammenhæng med- sakramentet er også kommet stærkere på banen.
Den nytestamentlige og liturgiske forskning, kirkelige enhedsbestræbelser og aftaler rummer nye impulser for sakramentsforståelsen og -forvaltningen. Det kan i parentes nævnes, at der i den anglikanske kirke findes en praksis med udstilling og tilbedelse af alterets sakramente.
Begivenhed og væren
Der er mindst to virkelighedsprincipper, både naturlige og overnaturlige. Både noget der sker, og noget som består. Handling og væren. Akt und Sein.
Nogle af dem, der benægter den vedvarende realpræsens, gør det formodentlig i forbindelse med en generel aktualistisk overbetoning af begivenhed på bekostning af substans. Sådan var det også for Melanchton i nadverspørgsmålet. Man opererer desuden med misvisende analogier mellem dåbsvandet og nadverelementer. Realpræsensen er imidlertid ikke noget, som kommer og går. Det indviede brød, den indviede vin er og forbliver Kristi sakramentale legeme og blod. Sådan så man på det siden oldtidens dage. Denne forståelse er der ingen vægtig grund til at prisgive.
Udvidet "usus"
For de lutherske kirker, der engang måske vil bekende sig til den vedvarende realpræsens, vil der rejse sig spørgsmål om hvilken berettiget brug, "usus", der kan og bør gøres af elementerne efter menighedsgudstjenestens ophør.
Jeg vil nævne nogle af de former der kunne komme i betragtning. Jeg forudsætter selvfølgelig, at man ikke sammenblander det uindviede og det indviede.
1. At fortære det tiloversblevne umiddelbart efter gudstjenestens ophør.
2. At opbevare det separat med henblik på syge- og hjemmekommunion.
3. At bære det på sig individuel personlig andagt.
4. At sende hostier til andre menigheder og kirker som udtryk for kommunion mellem menigheder og kirker.
5. At uddele de forud indviede gaver ved langfredagsgudstjenester.
6. At uddele de forud indviede gaver ved gudstjenester, hvor der ikke kan være en præst til stede.
7. At opbevare elementerne i kirken som genstand for de troendes andagt, herunder fremstilling, (ostensio), tilbedelse (adoratio) mellem gudstjenester eller under særlige fællesandagter.
8. At anvende elementerne- til sakramental velsignelser.
Der vil selvfølgelig være delte meninger herom blandt dem, der vil dele ovennævnte opfattelse af realpræsensen. Jeg vil her ikke argumentere for nogen af mulighederne, men fremlægge dem til fremtidig overvejelse og drøftelse.
Inklusiv, forlænget nadverhandling
Jeg vil til sidst knytte nogle få principielle overvejelser til spørgsmålet om den rette brug. Definitionen af den rette brug bør løses ud fra et bredere nytestamentligt grundlag end selve indstiftelsesordenen, selvom disse naturligvis må indtage en fremtrædende plads. Her spiller f. eks. Johs. 6 og 15 en vigtig rolle. Men også andre tekster i NT har relation til nadveren. Tekster om Jesu legeme og blod er vigtige. Jesus forkyndes i NT som Guds lam, der ikke blot skal fortæres, men ses og tilbedes.
Det turde være klart, at selv om den mundtlige spisen og drikken er vigtig, udtømmes kommunikationsaspektet ikke hermed. And og sjæl skal samstemmes med det legemlige til en udvidet psykosomatisk spirituel og kirkelig kommunion, der burde kunne udtrykkes over et bredt eukaristisk spektrum før og efter den legemlige kommunion. Ud over den indholdsmæssigt brede kommunion kan andre sider af nadveren tænkes forlænget og transponeret i tid i stedet for at holdes fangne i en for snæver liturgisk tidsramme.
Hvis man vil beholde ususterminologien, er der for mig at se ingen grund til med Melanchton at nøjes med en stærkt exclusiv usus-forståelse. Luther havde en bredere forståelse af usus, omend ikke så bred som den, der kommer frem i ovennævnte forslag til udvidet usus. Som tidligere bernærket har lutherske kirker dog på andre måder ment at måtte supplere Luthers nadverliturgi og -teologi. Formodentlig kunne noget tilsvarende ske i fremtiden blandt de lutherske kirker, der måtte nå frem til en utvetydig bekendelse af den vedvarende realpræsens.
Superintendent Dr. Ernst Volk (in mehreren Veröffentlichungen)
Bei den Gottesdiensten mit Heiligem Abendmahl kann man innerhalb der Evang. Kirche erschreckende Verfallserscheinungen beobachten. Da werden die Stiftungsworte Christi nach Gutdünken verändert; da werden die Elemente Brot und Wein durch Plätzchen, Schokolade oder Saft ersetzt; da bleibt die Gemeinde bei den Stiftungsworten behäbig sitzen; der Kelch wird durch likörglasähnliche Einzelbecherchen ersetzt; die Gaben werden nicht selten sitzend entgegengenommen und die Reliquiae Sacramenti werden später acht- und ehrfurchtslos beiseitegelegt oder weggegossen. Das alles verrät ein Abendmahlsverständnis, das vom lutherischen - und wie wir überzeugt sind - und von allem biblischen Verständnis sternenweit entfernt ist. Deshalb ist das Erscheinen des jüngsten Werkes von Jürgen Diestelmann - rechtzeitig zum Lutherjahr herausgegeben - nur zu begrüßen. Aufgrund jahrzehntelanger Forschungen unter Auswertung von bisher noch nicht erforschtem Archivmaterials gibt der Verfasser einen gründlichen Einblick in das Ringen um eine schriftgemäße Abendmahlspraxis innerhalb der lutherischen Reformation. Dabei wird eindringlich deutlich gemacht, wie und aus welchen Gründen man sich einerseits vom römisch-katholischen Mess-Verständnis und andererseits von der zwinglischen (einschließlich der philippistischen und calvinistischen) Abendmahlsdeutung abgrenzt. Das Eindringen kcyptocalvinistischer Ideen führte zu schweren innerlutherischen Irritationen (angefangen von Simon Wolferinus über Adam Besserer bis hin zum sog. Saliger'schen Streit), die erst in der Konkordienformel überwunden wurden. Daß man sich bei diesen Auseinandersetzungen manchmal bis an die Grenzen des Scrupulantentums bewegte, sollte nicht bestritten werden. Doch es gelingt Jürgen Diestelmann deutlich zu machen, daß hinter diesen Sorgen stets ein ernsthaftes Ringen um das Wesen des Sakramentes und um die rechte Abendmahlspraxis ging - und es auch uns heute wieder gehen sollte. Deutlich wird das vor allem an der notwendigen Konsekration der Abendmahlselemente. Mag das ca. 430 Seiten starke Buch streckenweise manchmal etwas ermüdend wirken, doch immer wieder gelingt es dem Verfasser, den Leser auch wieder zu fesseln, sind die erörterten Probleme doch selber fesselnd und für unsere Kirche von lebenswichtiger Bedeutung. Deshalb wird die Lektüre dringend empfohlen.
Ola Tjørhom in «Luthersk Kirketidende, Nr. 13, 2002.
I løpet av de siste årene har jeg hatt nær kontakt med lutherske kirker på alle kontinenter. Og bortsett fra enkelte hederlige, men akk så marginale unntak, er det mitt inntrykk at det som for tiden omtales som ”luthersk” ofte befinner seg milevis på avstand fra reformatorenes tro. I stedet for reformasjonens opprinnelige katolisitet og økumenisitet, stilles vi i dag overfor en slags allmennprotestantisme med røtter i 1800-tallets ”liberal-pietisme” og med et stadig mer sparsomt lag luthersk glasur.
Dette gjelder ikke minst i forhold til nattverdteologien og vår feiring av alterets sakrament. For mens realpresensen spilte en helt avgjørende rolle for Martin Luther, har dette lærepunktet i beste fall blitt redusert til et abstrakt prinsipp som er så godt som usynlig i vår konkrete håndtering av eucharistiens elementer. I verste fall har den autentiske lutherske nattverdteologi blitt utsatt for en rasjonalistisk-zwingliansk oppløsning som innebærer at de stadig mer sjeldne eksemplene på en ekte luthersk praksis på dette feltet blir bryskt avfeid som utslag av uakseptable katoliserende tilbøyeligheter.
Her til lands har nok Carl Fr. Wisløffs nattverdteologi spilt en sentral rolle i denne forbindelse. Nå ville det være både misvisende og urettferdig å gi Wisløff hele skylden for nattverdsakramentets kranke skjebne. Momenter som det pietistisk fargede oppgjøret med den såkalte massealtergangen og dagens postmoderne ritualisme har også hatt en rekke uheldige følger på dette området. Men Wisløffs insistering på at innstiftelsesordene – verba – kun er å forstå som forkynnelse og ikke som konsekrasjonsord, kan knapt sies å ha bidratt til skjerpet bevissthet når det gjelder realpresensens fundamentale betydning.
Denne type ”verbisme” – sammen med dens nærmest paralyserende angst for enhver form for ”katolisering” – synes dessuten i sin konsekvens å ha berøvet flere norske prestegenerasjoner for en sakssvarende luthersk nattverdfromhet. I dagens situasjon stilles vi imidlertid overfor et akutt behov for å gjenreise en slik fromhet, samt for en omfattende fornyelse av vår nattverdfeiring.
Sett på denne bakgrunn, er det en stor glede å presentere et verk som vil kunne bidra til denne gjenreisningsprosessen på en uhyre verdifull måte. Bokens forfatter er den tyske teologen og presten Jürgen Diestelmann, som også som pensjonist er aktiv som publisist, gjennom det såkalte Brüdern-Rundbrief für Christen Augsburgischen Bekenntnisses og på web-siden www.luther-in-bs.de. Hans viktigste bidrag er imidlertid det omfattende verket Actio Sacramentalis fra 1996. Og selv om denne boken dessverre nå vel er utsolgt fra forlaget, fortjener den stor oppmerksomhet – ikke minst innenfor en norsk kontekst, hvor Diestelmanns arbeid ser ut til å være påfallende lite kjent. Her presenteres materiale som er brennaktuelt for alle som lengter etter en nattverdvekkelse. Forfatteren makter nemlig både å gi oss et innblikk i flere viktige – til dels ubearbeidede – kilder til den reformatoriske nattverdteologi og vise hvordan disse impulsene vil kunne bidra til en berikelse av vår nattverdfeiring.
Realpresensens nøkkelrolle
Diestelmanns hovedanliggende er å understreke realpresensens nøkkelrolle i et teologisk så vel som fromhetsmessig perspektiv. Dette søker han å oppnå ved å påvise at Kristi sakramentale nærvær i vinen og brødet ikke er begrenset til selve nattverdmåltidet. Et slikt synspunkt finner Diestelmann ettertrykkelig belagt hos Martin Luther. Utover de mer kjente og litt ”eksotiske” eksemplene på at Luther slikket opp spilt nattverdvin, dokumenterer den foreliggende boken hvordan reformatoren reagerte teologisk mot prester som sto for et annet syn og en annen praksis på dette feltet.
Det hele begynte i 1543 med Wolferinus som var prest i Luthers fødeby Eisleben. Han lærte at det sakramentale nærvær var begrenset til selve måltidshandlingen. Dette avviste imidlertid Luther på det sterkeste og gikk inn for at Wolferinus skulle ekskommuniseres på grunn av hans zwinglianske tilbøyeligheter. I 1545 –noen uker før Luthers død – ble det kjent at kapellan Adam Besserer hadde vært så uheldig å miste en oblat i forbindelse med en nattverdfeiring. Han erstattet da det tapte brødet med et stykke som ikke var konsekrert. Og når han siden fant den oblaten han hadde mistet, la han den tilbake blant de ikke-konsekrerte. Nok en gang endte det hele med ekskommunikasjon.
De holdninger Luther ga uttrykk for i denne forbindelse ble også aktualisert en rekke ganger etter hans død. Det mest kjente eksemplet finner vi i de intense stridighetene i tilknytning til presten Johann Saliger eller Johannes Beatus som bla. virket i Lübeck og Rostock på 1560- og 70-tallet. Her ble behovet for såkalt etterkonsekrasjon dersom en skulle få for lite vin eller brød sterkt understreket fra luthersk hold – uavhengig av om vinen og brødet hadde stått på alteret i en kommunionskanne eller en oblateske under konsekrasjonen.
Det påfallende – ja, nesten skremmende – her er at ting det store flertall av norske lutherske prester foretar seg omtrent hver eneste gang de feirer nattverd var regelrette ekskommunikasjonsgrunner for Martin Luther. Praksisen med å legge konsekrerte oblater tilbake blant de ikke-konsekrerte og å avstå fra etterkonsekrering begrunnes ofte med henvisning til det såkalte in usu-prinsippet. Jürgen Diestelmann viser imidlertid at dette prinsippet ikke lar seg forstå som et forsøk på å begrense det sakramentale nærvær, men snarere bør oppfattes som en understrekning av at nattverdens elementer skal brukes til det de er innstiftet til – nemlig å spises og drikkes.
Sakramental tilbedelse eller adoratio er altså vanskelig å forene med et luthersk utgangspunkt. Samtidig må det fastholdes at konsekrerte elementer etter Luthers syn forblir konsekrete helt til de fortæres. Og enhver tilsløring av dette ble oppfattet som noe som i realiteten truer realpresensen. Generelt var reformatoren sterkt opptatt av å synliggjøre Kristi virkelige nærvær i, med og under brødet og vinen. Her spilte bla. elevasjon av elementene og en konsekvent konsekrasjonspraksis hvor det ble fastholdt at verba både er å forstå som forkynnelse og som konsekrasjonsord en viktig rolle.
Dagens situasjon
Diestelmann har også synspunkter på hvordan problemet ”for mye” – ”for lite” i en kommunionssammenheng bør løses innenfor en luthersk-reformatorisk ramme. Det beste ville være om en kunne beregne på forhånd hvor mye som skal konsekreres. Men da det som oftest blir svært komplisert bla. i en situasjon hvor båndene mellom skriftemål og nattverd på det nærmeste har forsvunnet, anbefaler han at ”det tiloversblevne” oppbevares adskilt fra det som ikke er konsekrert eller at det umiddelbart konsumeres. Den svært hyppig forekommende sammenblandingen av konsekrert og ikke-konsekrert avvises imidlertid som helt uakseptabel – og da særlig i lys av Luthers kompromissløse holdning på dette feltet. I tilfeller hvor en har for lite brød eller vin, er ny konsekrasjon eller såkalt etterkonsekrasjon den eneste akseptable løsningen ifølge Diestelmann. Og siktemålet med alt dette er å styrke vår bevissthet om og bidra til en konkret synliggjøring av sakramentets kjerne – realpresensen.
Nå legger ikke Diestelmann skjul på at den oppløsning som har funnet sted på dette feltet har røtter helt tilbake til reformasjonstiden. Til og med Philipp Melanchthon la etter hvert hovedvekten på mottakelsen av brødet og vinen og slo derfor fast at ”nihil habet rationem sacramenti extra institutum usum”. Denne posisjonen ble radikalisert blant de såkalte filippistene i siste halvdel av 1500-tallet. Samtidig dreide det seg her om marginale synspunkter. Den offisielle kirkelige posisjon slik den kom til uttrykk i Konkordieformelen holdt seg stort sett til Luthers oppfatning.
Omkring 1570 ble de kryptocalvinske filippistene faktisk utelukket fra Wittenberg-fakultetet. I dagens situasjon er det imidlertid mye som tyder på at dette har blitt snudd ettertrykkelig på hodet. For mens Martin Luthers syn og praksis får stadig trangere kår, ser det for tiden ut til å være en slags nyfilippisme som rår på evangelisk hold. Og selv om Diestelmann ikke går inn på dette i detalj, er det tydelig at han oppfatter både Arnoldsheiner tesene fra 1957 og Leuenberg-konkordien fra 1973 som uttrykk for denne massive endringen. Denne utviklingen har selvsagt også store økumeniske konsekvenser. For mens Luther urokkelig fastholdt at ”ehe ich mit den schwermern wolt eytel wein haben, so wolt ich ehe mit dem Bapst eytel blut haben” (WA 26, 462, 1 ff.), synes man i dag mye heller å ville drikke vin med protestantene enn ”blod” med paven. Dette kommer bla. til uttrykk ved at Den norske kirke i lys av sin Leuenberg-tilslutning befinner seg i ”fullt kirkelig fellesskap” med f.eks. den reformerte kirke i Frankrike som energisk avviser enhver form for realpresens og dessuten har slått fast at dåp slett ikke er en forutsetning for nattverddeltakelse.
En fullverdig sakramental nattverdsteologi
Mange vil nok oppfatte Jürgen Diestelmanns framstilling som unødig omstendelig og snirklete. Samtidig har han nedlagt et enormt arbeid for å få fram hva kildene faktisk sier om reformatorenes nattverdsyn og nattverdpraksis. Og for alle som ser med sorg på 1800talls-protestantismens seiersgang på luthersk hold, representerer hans bok en nesten uuttømmelig ressurs. Nå kan en selvsagt spørre seg om det har noen hensikt å bruke tid og krefter på å forsøke å redde et anliggende som allerede synes å være redningsløst fortapt og som i hvert fall er så godt som umerkbart i dagens lutherske kirkeliv. Men noen bør kanskje ta på seg oppgaven med å minne vår tids allmennprotestanter om at deres oppfatning befinner seg milevis fra det opprinnelig reformatoriske. Og det store flertall av Diestelmanns lesere vil umiddelbart innse at dette er tilfelle. Min eneste innvending mot boken er at man kan få et inntrykk av at den autentiske reformatoriske nattverdteologi er en ”luthersk oppfinnelse”. Men det er jo slett ikke tilfelle. Det som skjer på dette feltet er at reformatorene i store trekk resiperer det katolske syn på realpresensen, det sakramentale nærvær og konsekrasjonen – selv om disse trossannhetene ofte blir uttrykt på en annen måte. Samtidig bidrar Diestelmann i det minste implisitt til en ytterligere dokumentasjon av reformasjonens katolisitet.
Under arbeidet med Diestelmanns bok ble jeg gjort oppmerksom på at en kapellan i den norske kirke i en artikkel i Luthersk Kirketidende (nr. 3/02) har slått fast at han betrakter realpresensen som et utslag av ”kristen kannibalisme”. Han anbefaler videre at ”det makabre språket” i innstiftelsesordene blir nedtonet i våre nattverdliturgier slik at disse samsvarer bedre med ”vår tids religiøse følelse”. Man bør nok ikke utelukke at denne type oppfatninger vil finne gehør blant folk flest. Men dette har ingenting som helst med autentisk lutherdom å gjøre. Og man lurer uvegerlig på hva Borg biskop har tenkt å foreta seg i denne forbindelse – det mest sakssvarende ville trolig være å stevne kapellanen for Lærenemnda. I dagens kirkelige og teologiske klima vil noe slikt selvsagt aldri skje.
Samtidig bekrefter dette utspillet at det er uhyre viktig å stå vakt om realpresensen. Dette lærepunktet kan dessuten ikke nedskrives til en abstrakt teori, men må synliggjøres på en konkret måte i vår nattverdfeiring og vår omgang med elementene. Her er hovedpoenget at Kristus kommer til oss gjennom det vi spiser og drikker. Dersom denne overbevisningen blir prisgitt, vil det ikke være mulig å opprettholde en fullverdig sakramental nattverdteologi. Og vi er Jürgen Diestelmann stor takk skyldig for at han nok en gang har minnet oss om dette helt avgjørende poenget.
Karl Friedrich Wiggermann, in "Deutsches Pfarrerblatt" Der Vf. war Pfarrer in Braunschweig (Brüdern-St. Ulrici) und legt mit dem vorliegenden Buch nach umfangreichen Forschungen sein Alterswerk vor. Er untersucht »die Entwicklungslinie in der Lehre von der Konsekration und Actio sacramentalis von Luthers Wolferinusbriefen bis hin zur Konkordienformel«, in der ein Verständnis der actio sacramentalis im philippistischen Sinne ausgeschlossen ist. Zunächst behandelt er den Ansatz der Meßreform Luthers, sodann den Kampf um die actio sacramentalis und Konsekration in einigen norddeutschen Städten. Am Schluß zielt Diestelmann auf gegenwärtige ökumenische Fragen. Das Buch hat alle notwendigen Register. Wer als Praktiker in Kirche und Theologie arbeitet und im Gottesdienst die Mitte der Gemeinde sieht, sollte dieses Buch gründlich und kritisch studieren. Es will durchaus Hilfen für die Praxis geben und bereichert auch diejenigen, die dem Ansatz Diestelmanns nicht zustimmen. Im ganzen: Es ist gut, daß das Altarsakrament im Luthertum gründlich behandelt wird.
Superintendent Malte Haupt (in mehreren Veröffentlichungen)
Der frühere Pastor der Braunschweiger Brüdern-Gemeinde hat in diesem umfangreichen wissenschaftlichen Werk seine jahrzehntelangen Forschungen zur Abendmahlslehre Luthers und der lutherischen Theologie des 16. Jahrhunderts zusammengefaßt und durch die Einbeziehung bisher kaum bekannten Quellenmaterials ergänzt - besonders hinsichtlich des Kampfes um die lutherische Lehre von Konsekration und Abendmahlsverwaltung in einigen norddeutschen Städten.
Er legt dar, wie die Differenzen der Abendmahlslehre Luthers und Melanchthons nach dem Tod Luthers (1546) zwischen seinen Schülern (den sog. "Gnesiolutheranern") und den Schülern Melanchthons (den "Philippisten") in aller Schärfe neu aufbrachen, bis sich im abschließenden Lehrbekenntnis der Lutheraner, der Konkordienformel von 1577, die Auffassung Luthers durchsetzte und niederschlug.
Die "Actio sacramentalis" meint bei Luther nicht nur den Sakramentsempfang, sondern die ganze Sakramentshandlung, wie sie Christus "in der Nacht, da er verraten ward", eingesetzt hat - also mit der Konsekration des Brotes und Weines, die die Realpräsenz des Leibes und Blutes Jesu Christi bewirkt. Melanchthon (und seine Schüler) können im Grunde gar nicht von Konsekration sprechen und begrenzen die Gegenwart Christi im Abendmahl auf den Empfang von Brot und Wein; dabei haben die bei der Einsetzung von Jesus gesprochenen Worte lediglich die Verheißung, daß sein Leib und Blut empfangen werden.
Das hat natürlich Konsequenzen für die Sakramentsverwaltung und den Umgang mit den konsekrierten Elementen. Im Schlußteil seines Buches gibt Diestelmann deshalb auch praktische Hilfen dazu, wie er sie im Sinne Luthers gar nicht anders zu geben vermag.
Die Bedeutung seines Buches liegt nicht nur in der Zusammentragung neuen reformationsgeschichtlichen Materials und der unwiderlegbaren Darstellung der ursprünglichen lutherischen Abendmahlslehre. Es sind die Folgerungen, die daraus für die heutige Situation und etwa die Lehrgespräche der Lutheraner mit anderen Kirchen zuziehen sind. Wollen sie (mit Luther) die gesamtkirchliche Weite und in diesem Sinne "katholische" Dimension ihrer Abendmahlslehre bewahren, wie das etwa im Lima-Papier von 1982 immerhin versucht wird ("Taufe, Eucharistie und Amt. Konvergenzerklärungen der Kommission für Glaube und Kirchenverfassung des Ökumenischen Rates der Kirchen") - oder suchen sie (mit Melanchthon) nur eine gesamtprotestantische Verständigung, wie das in der Konkordie reformatorischer Kirchen in Europa 1973 (Leuenberger Konkordie) geschehen ist. In beiden - und anderen - Erklärungen sprechen sie nicht einheitlich, weil sie in der Sache, im Verständnis von Konsekration und Realpräsenz, nicht einig sind. Diestelmanns Buch wird schwerlich zu solcher Einigung beitragen, aber in der Frage lutherischer Abendmahlstheologie damals wie heute kann an ihm nicht vorbeigegangen werden.
Es ist sicherlich ein "unzeitgemäßes" Buch; denn es beweist letztlich, daß wohl Melanchthon die Leuenberger Konkordie hätte unterschreiben können - nicht aber Luther selbst und seine sich zu Recht auf ihn berufenden Schüler: "Im Abendmahl schenkt sich der auferstandene Jesus Christus in seinem für alle dahingegebenen Leib und Blut durch sein verheißendes Wort mit Brot und Wein ... Die Gemeinschaft mit Jesus Christus in seinem Leib und Blut können wir nicht vom Akt des Essens und Trinkens trennen. Ein Interesse an der Art der Gegenwart Christi im Abendmahl, das von dieser Handlung absieht"(nämlich actio sacramentalis beschränkt auf diesen Akt des Essens und Trinkens!), "läuft Gefahr, den Sinn des Abendmahls zu verdunkeln." Hier redet Melanchthon. Die Leuenberger Konkordie ist ein später Sieg der Philippisten.
Ich schreibe das mit Betrübnis; denn ich verehre den Praeceptor Germaniae nach wie vor und verdanke ihm tiefe reformatorische Einsichten. Seine bleibende Bedeutung wird gerade in diesem Jahr seines 5oo. Geburtstages gewürdigt. Was jedoch lutherische Abendmahlslehre und -praxis ist, ist bei ihm nicht zu lernen.
Kürzere Fassung dessselben Verfassers (in mehreren Veröffentlichungen, z. B. in "Quatember, 3/1997):
Der frühere Pastor der Braunschweiger Brüdern-Gemeinde hat in diesem umfangreichen wissenschaftlichen Werk seine jahrzehntelangen Forschungen zur Abendmahlslehre Luthers und der lutherischen Theologie des 16. Jahrhunderts zusammengefaßt und durch die Einbeziehung bisher kaum bekannten Quellenmaterials ergänzt - besonders hinsichtlich des Kampfes um die lutherische Lehre von Konsekration und Abendmahlsverwaltung in einigen norddeutschen Städten. Die "Actio Sacramentalis" meint bei Luther nicht nur den Sakramentsempfang, sondern die ganze Sakramentshandlung, wie sie Christus "in der Nacht, da er verraten ward", eingesetzt hat - also mit der Konsekration des Brotes und Weines, die die Realpräsenz des Leibes und Blutes Jesu Christi bewirkt. Melanchthon und seine Schüler, die "Philippisten", können im Grunde gar nicht von Konsekration sprechen und begrenzen die Gegenwart Christi im Abendmahl auf den Empfang von Brot und Wein; dabei haben die bei der Einsetzung von Jesus gesprochenen Worte lediglich die Verheißung, daß sein Leib und Blut empfangen werden. Das hat natürlich Konsequenzen für die Sakramentsverwaltung und den Umgang mit den konsekrierten Elementen. Im Schlußteil seines Buches gibt Diestelmann deshalb auch praktische Hilfen dazu, wie er sie im Sinne Luthers gar nicht anders zu geben vermag.
Es ist sicherlich ein "unzeitgemäßes" Buch; denn es beweist letztlich, daß wohl Melanchthon die Konkordie reformatorischer Kirchen in Europa 1973 (Leuenberger Konkordie) hätte unterschreiben können - nicht aber Luther selbst und seine sich zu Recht auf ihn berufenden Schüler. Die Leuenberger Konkordie ist ein später Sieg der Philippisten.
Ich schreibe das mit Betrübnis; denn ich verehre den Praeceptor Germaniae nach wie vor und verdanke ihm tiefe reformatorische Einsichten. Er hat bleibende Bedeutung, wie gerade in diesem Jahr seines 5oo. Geburtstages wieder bewußt wird. Was lutherische Abendmahlslehre und -praxis ist, ist jedoch bei ihm nicht zu lernen.
D. Kuessner in "Kirche von unten", 84/Nov. 1996
… Ein sehr viel größeres Kaliber ist Jürgen Diestelmann "Actio Sacramentalis", Diestelmann greift auf seine Examensarbeit von 1955 zurück und beschreibt, wie der Untertitel lautet, "die Verwaltung des heiligen Abendmahles nach den Prinzipien Martin Luthers in der Zeit bis zur Konkordienformel." Ich habe das Buch hinten angefangen, wo Diestelmann ab Seite 335 die Abendmahlsauffassung mit den Abendmahlspraktiken in der Ökumene vergleicht. Es geht nämlich Diestelmann im Grunde um theologische Fragen in der Gegenwart: Wie steht es mit der Wandlung von Brot und Wein? Haben die Einsetzungsworte konsekrierenden Charakter und also eine besondere Macht? Was geschieht mit den Abendmahlsresten? Soll der in Brot und Wein reale Christus angebetet werden? Soll der Kelch erhoben werden? Es geht also um die actio sacramentalis, die Diestelmann eingangs als den Raum zwischen dem Vaterunser und der Entlassung der Kommunikanten definiert. Zu all diesen theologischen Fragen hat es erheblichen Streit in der Reformationszeit gegeben in Eisleben, in Lübeck, in Hildesheim, in Danzig, in Rostock. Luther, Melanchthon, Chemnitz, Mörlin und viele andere haben sich dazu ausgiebig geäußert. Aber das Interesse Diestelmanns ist trotz seiner enormen regionalgeschichtlichen Detailarbeit nicht kirchenhistorisch sondern dogmatisch. Mit seiner gründlichen und ernsten Abhandlung will Diestelmann theologische Positionen in unserer Landeskirche markieren und untermauern, wie sie an der Brüdernkirche gepflegt werden, an der er vor seiner Emeritierung Pfarrer war, nämlich folgende: l. Die Einsetzungsworte haben den Charakter der Konsekration, und daher eine eigentümliche Kraft. 2. Die zu Leib und Blut Christi gewandelten Elemente bleiben Leib und Blut Christi. Daher sollte es keine "Abendmahlsreste" geben, sondern das Brot abgezählt und übriggebliebenes verzehrt und übriggebliebener Wein ausgetrunken und der Kelch besonders gereinigt werden. 3. Zur Not muß nachkonsekriert werden, wenn beides nicht reicht. 4. Der leiblich gegenwärtige Herr soll durch Kniebeugen und Erheben der gewandelten Elemente angebetet werden. 5. Es erübrigt sich zu sagen - und Diestelmann redet auch gar nicht darüber - daß das Abendmahl nur durch ordinierte Geistliche vollzogen werden kann. Richtig stellt Diestelmann heraus, daß Melanchthon bereits von dieser strengen lutherischen Abendmahlsauffassung schon zu Lebzeiten Luthers verschiedentlich abgewichen ist und z.B. die Vergegenwärtigung des Christus auf den Augenblick des Essens und Trinkens beschränkt wissen wollte.
Das gewichtige Buch Diestelmanns gibt sich historisch, lockt aber durchaus zur theologischen Auseinandersetzung. Erst vor zwei Jahren veröffentlichten wir in "Kirche von Unten" eine "Braunschweiger Verabredung" mit praktischen Vorschlägen zur einer anderen, offenbar mehr melanchthonischen Abendmahlsauffassung. Der Anlaß war der schwierige Abschied von Pfarrer Büscher aus St. Christopherus in Helmstedt und die Verwaltung des Abendmahls durch Propst Fischer in der Vakanzzeit mit Elevation, Adoration, Kelchauswischen und anderen gnesiolutherischen Ingredienzien. Das hat sich alles wieder gelegt. Auch im Gemeindeausschuß der Landessynode hatten wir darüber geredet, OLKR Becker fürchtete schon einen neuen Abendmahlsstreit in unserer Landeskirche. Soweit ist es nicht gekommen, aber wir haben ja 1997 ein Melanchthonjahr. Am 16. Februar ist sein 500. Geburtstag und aus diesem Anlaß wäre es durchaus spannend, einmal die in unserer Landeskirche praktizierten Abendmahlsauffassungen zu beschreiben. Schließlich waren wir von Anfang an bekenntnismäßig eine gespaltene Kirche, die Stadt Braunschweig mit der Konkordienformel, das Land Braunschweig ohne die Konkordienformel.
1Es scheint, daß die heutige römisch-katholische Kirche die hier dargestellte Regel - mindestens teilweise - auch kennt. Man erinnere sich an die französische (Film-)Geschichte "Der Abtrünnige": Ein vom Glauben abgefallener rk. Priester kommt (in einem Café) mit einem gläubigen rk. Kirchenglied ins Gespräch und bringt dieses ganz bewußt in höchste Nöte, bestellt er doch einen Humpen Wein und spricht über diesem die "Wandlungsworte und zwingt dadurch diesen zur völligen Leerung des Gefäßes. Heute sagt auch rk. Theologie in solch einem Fall: Da wurde nicht konsekriert.
2Daß darunter auch die Arbeit von Freund Edward F. Peters aus seiigen arnerikanischen Zeiten ist, freut mich natürlich besonders!