Sorge für deine Seele!


Die christlichen Lebensregeln von Johann Rittmeyer Nummer 6 - 10


"Wieviele nach dieser Regel einhergehen, über die sei Friede und Barmherzigkeit." (Gal. 6, 16)


6. Wer seine guten Werke guten Werke und seine Buße und Bekehrung auf morgen verschiebt, der handelt ebenso klug, als wenn er ein fröhliches Mahl auf gestern ansetzen wollte, denn er hat dann an dem einen eben so viel als an dem anderen.

7. Gedenke, daß deine edle Seele wie ein kleines Vögelchen ist, das sich gerade da auf die Erde setzt, wo ihm hundert Netze gelegt sind, unter denen es nicht sicher sein kann, es sei denn es flöge auf in die Luft. So mußt du auch dein Herz nicht auf die Erde, sondern zum Himmel hin lenken, wenn du deine Seele erhalten willst.

8. Wenn du in dir den Willen zur Bekehrung merkst und hast, so denke daran, daß dies die Stimme des getreuen Erzhirten Jesu Christi ist, der dir als sein verlorenes Schäflein in dein Gewissen ruft; wirst du diese verachten, dann siehe zu, daß du nicht von ihm verachtet werdest.

9. Gutes zu tun verschiebe nicht auf dein Alter, sondern opfere Gott deine blühende Jugend. Denn einem jungen Menschen ist nicht versichert, daß er alt werde. Einem Unbußfertigen aber ist sein Verderben mehr als gewiß.

10. Bedenke, daß dir der Tode alle Augenblicke näher auf den Leib rückt, daß du das Endurteil und den Spruch des ewigen Gerichts unweigerlich anhören mußt und daß du keine Minute sicher bist, vor dasselbe gefordert zu werden.

Im Kleinen Katechismus schreibt D. Martin Luther:

DAS ZWEITE GEBOT

Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht unnützlich führen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht.

Was ist das?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir bei seinem Namen nicht fluchen, schwören, zaubern, lügen oder trügen, sondern denselben in allen Nöten anrufen, beten, loben und danken.

Bete mit Martin Luther hierzu:

Hier lehrst Du mich, lieber Gott, daß ich Deinen Namen herrlich, heilig und schön halten soll, nicht dabei schwören, fluchen, lügen, nicht stolz sein, noch eigene Ehre oder Namen suchen, sondern demütig Deinen Namen anrufen, anbeten, preisen und rühmen, und meine Ehre und Ruhm darin sehen, daß Du mein Gott bist, und ich Deine arme Kreatur und unwürdiger Knecht bin.

Zum andern, danke ich Dir für die herrliche Gabe, daß Du mir Deinen Namen offenbart und gegeben hast, daß ich mich Deines Namens rühmen kann, und mich Gottes Diener und Deine Kreatur nennen darf, daß Dein Name meine Zuflucht ist, wie eine feste Burg (wie Salomo es sagt in Sprüche 18), zu welcher der Gerechte seine Zuflucht nimmt und beschirmt wird.

Zum dritten, bekenne ich meine schändliche und schwere Sünde, wo ich in meinem Leben gegen dies Gebot gehandelt habe, wo ich Deinen Namen nicht nur nicht angerufen, gerühmt und geehrt habe, sondern auch für diese Gabe undankbar gewesen bin, ja zu allerlei Schande und Sünde mißbraucht habe mit Schwören, Lügen und Trügen. Das mir leid ist, und ich bitte um Gnade und Vergebung.

Zum vierten: bitte ich um Hilfe und Stärke, daß ich hinfort dieses Gebot wohl achten möge. Behüte mich, lieber Herr, vor schändlicher Undankbarkeit, Mißbrauch und Sünden gegen Deinen heiligen Namen; hingegen laß mich dankbar und erfunden werden, und in rechter Furcht und Ehre Deines Namens. Amen.

Zu den christlichen Lebensregeln 1-5

Zu den christlichen Lebensregeln 11-15


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