Hierinnen lehrst Du mich, lieber Gott, erstens, daß der Feiertag nicht zum Faulsein eingesetzt ist, noch zum Vergnügen, sondern daß er von uns geheiligt werden soll. Durch unser Werk aber und Tun wird er ja nicht geheiligt, weil unsere Werke nicht heilig sind; sondern durch das Wort Gottes, das allein ganz rein und heilig ist, wird er geheiligt. Dies heiligt alles, es sei die Zeit, der Ort, die Person, das Werk, die Ruhe. Denn durch das Werk Gottes werden auch unsere Werke geheiliget, (wie St. Paulus 1. Tim. 4 sagt, daß alle Kreatur geheiligt werde durch das Wort und Gebet); darum will ich mich erinnern, daß ich am Feiertag zuerst Gottes hören und bedenken soll, danach für dasselbe Wort danken, Gott loben für alle seine Wohltat und beten für mich und alle Welt. Denn wer so am Feiertag festhält, der heiligt den Feiertag; wer es nicht tut, der tut ärger als die, die an diesem Tage arbeiten.
Zum andern danke ich bei diesem Gebot Dir, lieber Herr Gott, für Deine große, schöne Wohltat und Gnade, daß Du uns Dein Wort und Predigt gegeben hast, und es am Feiertag besonders zu hören befohlen hast. Denn diesen Schatz kann kein menschliches Herz genug bedenken. Dein Wort ist das einige Licht in der Finsternis dieses Lebens und ein Wort des Lebens, des Trostes und der Seligkeit; und wo das liebe heilsame Wort nicht ist, da ist eitel schändliche, greuliche Finsternis, Irrtum, Tod, alles Unglück und Herrschaft des Teufels, die wir täglich vor Augen sehen.
Zum dritten bekenne ich meine große Sünde und sträfliche Undankbarkeit, daß ich die Feiertage in meinem Leben ohne Dich, meinen Gott, zugebracht habe, und Dein teuer wertes Wort so wenig geachtet habe, daß ich so faul, unlustig und überdrüssig gewesen bin, es zu hören, geschweige denn, daß ich's von Herzen gern gehabt, oder jemals dafür gedankt hätte; Ich habe also Dich, meinen lieben Gott, umsonst mir predigen lassen und den edeln Schatz mit Füßen getreten, was Du mit lauter göttlicher Güte von mir geduldet und nicht abgelassen hast, immerfort mir zu predigen und zu rufen, zu meiner Seelen Seligkeit, mit aller väterlichen, göttlichen Liebe und Treue. Das alles ist mir leid und ich bitte um Gnade und Vergebung.
Zum vierten bete ich für mich und alle Welt, daß Du, lieber Vater, uns bei Deinem heiligen Wort erhalten wollest und es nicht von uns nimmst um unserer Sünde, Undankbarkeit und Faulheit willen. Du Wollest uns behüten vor Sektiererei und falschen Lehrern. Sende uns treue Arbeiter in Deine Ernte, das heißt, treue und fromme Pfarrer, Seelsorger und Prediger. Gib uns allen auch Gnade, daß wir Dein Wort demütig hören, annehmen und ehren, dazu auch von Herzen Dir dafür danken und Dich loben. Amen.