Sorge für deine Seele!
26. Der Obrigkeit und den Mächtigen dieser Welt gegenüber - auch den Wunderlichen und Eigennützigen - beweise Gehorsam in allen äußeren Dingen, die nicht gegen Gott und das Gewissen verstoßen.
27. Sei barmherzig und hilfreich an deinem Nächsten, wenn es ihm nötig ist, und sei bescheiden gegenüber den Niedrigen und Armen.
28. Die zeitlichen Güter und Reichtum dieser Welt achte gering. Hingegen trachte mit herzlichem Ernst nach den ewigen Gütern und, wie du reich in Gott sein mögest. Bedenke, daß ein Quentlein geistlicher und ewiger Güter mehr zu schätzen ist als tausend Zentner irdischer Güter, denn diese vergehen mit uns, jene aber bleiben in Ewigkeit.
29. Überdenke oft deine begangenen Sünden, damit du betrübten Herzens in eine göttliche Traurigkeit geraten und des Trostes heiligen Geistes fähig werden mögest.
30. in allem, was du tust, bedenke, ob du es auch tun würdest, wenn du sofort abscheiden und es vor dem Richterstuhl Christi verantworten solltest.
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DAS SECHSTE GEBOT
Du sollst nicht ehebrechen.
Was ist das?
Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir keusch und züchtig leben in Worten und Werken und ein jeglicher sein Gemahl lieben und ehren.
Bete mit Martin Luther hierzu:
Hier lehrest Du mich abermals, lieber Gott, was Du gedenkst über mich, und was Du von mir haben willst: nämlich, daß ich keusch und züchtig und mäßig leben soll, und zwar in Gedanken, Worten und Werken, und jedermann helfe, daß die Frauen und Mädchen beschützt bleiben und alles tue, was zur Erhaltung ihrer Ehre und gottesfürchtigem Leben dient; auch helfen, die unnützen Mäuler stopfen, die ihnen ihre Ehre abschneiden oder stehlen. Dies alles ist unsere Pflicht und du, Gott, willst von mir haben, daß ich nicht nur meines Nächsten Familie in Frieden lassen soll, sondern auch schuldig bin, daß ich helfe, ihre Ehre und friedliches Leben zu erhalten und bewahren, so wie auch ich wollte, daß mein Nächster sich mir gegenüber verhalten müsse und dieses Gebot an mir und den Meinen üben.
Zum andern danke ich Dir, lieber treuer Vater, für diese Deine Gnade und Wohltat, daß Du mit diesem Gebot die Familien, Mann, Sohn, Frau, Tochter und alle, die dazu gehören, in Deinen Schutz nimmst, und gebietest ernstlich und hart, daß man ihnen keine Schande machen soll, denn so gibst Du mir sicheres Geleit durch das Leben. Du wachst auch darüber und läßt nicht ungestraft, wo jemand dieses Gebot übertritt und dieses Geleit und bricht. Es entläuft Dir keiner, er muß es entweder hier bezahlen, oder seine Lust zuletzt im höllischen Feuer büßen. Denn Du willst Keuschheit haben und den Ehebruch nicht leiden, wie wir es denn täglich sehen bei allen unbußfertigen, ruchlosen Leuten, daß sie endlich von Deinem Zorn heimgesucht und schändlich gerichtet werden, sonst wäre es niemanden möglich, auch nur eine Stunde seine Familie vor dem Teufel der Unsauberkeit bei Zucht und Ehre zu erhalten. Sonst würden eitel Hundehochzeiten und viehisches Wesen daraus, wie es denen ergeht, wo Du im Zorn Deine Hand abtust.
Zum dritten bekenne ich Dir meine und aller Welt Sünde gegen dieses Gebot, sie geschehe mit Gedanken, Worten oder Werken, daß ich mein Leben lang nicht nur undankbar gewesen bin für diese schöne Lehre und dieses Gebot, sondern auch wohl gegen Dich gemurrt habe, daß Du Zucht und Keuschheit geboten hast, und nicht allein Unzucht und loses Wesen frei und ungestraft gelassen habe, den Ehestand verachtet, verspottet, verdammt gehalten habe u. s. w. Wie nun die Sünden gegen dieses Gebotes vor allen anderen die gröbsten und von allen die erkenntlichsten sind und nicht verborgen bleiben; Das alles ist mir leid.
Zum vierten bitte ich Dich, für mich und alle Welt, Du wollest uns Gnade geben, dieses Dein Gebot mit Lust und Liebe zu halten, daß wir nicht allein keusch und rein leben, sondern auch anderen dazu helfen und raten. Amen.
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Zu den christlichen Lebensregeln 21-25
Zu den christlichen Lebensregeln 31-35
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