Sorge für deine Seele!


Die christlichen Lebensregeln von Johann Rittmeyer 41 - 45


"Wieviele nach dieser Regel einhergehen, über die sei Friede und Barmherzigkeit." (Gal. 6, 16)


41. Lerne sterben, solange du lebst, so wirst du auch, wenn du stirbst, leben können. Und wer täglich stirbt, wird gerne einmal sterben.

42. Hier ist eine Zeit, Gutes und Buße zu tun. Dort aber ist nichts als Belohnung und Vergeltung des Guten oder Bösen zu erwarten.

43. Betrachte wohl, o Mensch, all dein Beginnen, es seien Gedanken, Worte oder Werke. Dies wird dich zur Erkenntnis deiner selbst bringen. Erkenntnis deiner selbst wird dir deine angeborene Unart, Finsternis und Schalkheit des Herzens zeigen. Dies zu sehen wirkt Unruhe des Gewissens; Unruhe des Gewissens bringt Haß und Verleugnung des Selbst und alles dessen, was gegen Gott ist, hervor. Hierdurch wird das Herz ausgeleert und ganz geängstigt und in sich selbst zerschlagen. Ein ausgeleertes, geängstigtes und zerschlagenes Herz aber kann Gott mit seiner Gnade zu erfüllen nicht unterlassen, noch trostlos verwerfen.

44. Der beste Weg vorwärts zu kommen ist dieser: Daß der Mensch die Anfechtungen, Bewegungen und Versuchungen seines Fleisches scharf wahrnehme und sich darin verleugne.

45. Nicht wer am meisten weiß, sondern wer am meistens liebt, kann den sündlichen Anfechtungen am kräftigsten widerstehen.

Im Kleinen Katechismus schreibt D. Martin Luther:

DAS NEUNTE GEBOT

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.

Was ist das ?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserm Nächsten nicht mit List nach seinem Erbe oder Hause stehen und mit einem Schein des Rechts an uns bringen, sondern ihm dasselbe zu behalten förderlich und dienstlich sein.

DAS ZEHNTE GEBOT

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh oder alles, was sein ist.

Was ist das ?

Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unserem Nächsten nicht sein Weib, Gesinde oder Vieh abspannen, abdringen oder abwendig machen, sondern dieselben anhalten, daß sie bleiben und tun, was sie schuldig sind.

Bete mit Martin Luther hierzu:

Hier lehrst Du uns erstens, lieber Gott, wie wir mit keinem Schein des Rechtes den Besitz unseres Nächsten oder, was zu ihm gehört, von ihm nehmen oder abwenden, sondern helfen, daß er es behalten möge, so wie wir es selbst auch gern haben wollen, daß es uns geschieht. Du bist ja selbst ein Schutz gegen alle raffinierten Tricks der Weltweisen, die doch zuletzt von Dir ihre Strafe erhalten.

Für dies alles danke ich Dir auch, und beichte und bekenne mein Sünde mit Reue. Sie tut mir leid.

Ich bitte Dich um Deine Hilfe und Stärkung, daß ich fromm werde und lerne, Deine Gebote zu halten. Amen.

Zu den christlichen Lebensregeln 36-40


Zu den christlichen Lebensregeln 46-50


Zurück zu "Sorge für deine Seele!"


Zurück zur