Sorge für deine Seele!


Die christlichen Lebensregeln von Johann Rittmeyer Nummer 51 - 55


"Wieviele nach dieser Regel einhergehen, über die sei Friede und Barmherzigkeit." (Gal. 6, 16)


51. In Krankheit und Schwachheit bitte um Stärke, in Schmerzen um Geduld. Ergib dich ganz in Gottes Willen: Das ist die beste Arznei in Erwägung, daß die Leiden dieser Zeit nicht wert sind der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.

52. Laß Christus das einzige Ziel deines Lebens sein und folge seinen Fußstapfen, so wirst du nicht irren, denn das ewige Licht wird dich leiten und begleiten.

53. Bedenke, daß du von und aus dir selbst nichts Gutes denken, noch weniger reden und am allerwenigsten tun und vollbringen kannst, und schreibe dir also nichts Gutes, sondern einzig und allein das Böse, das du beginnst, zum Eigentum zu.

54. Befleißige dich vor allem der Demut und Liebe, denn ohne Demut sind alle anderen Tugenden Laster und Untugenden; und was nicht in lauter Liebe Gottes geschieht, das wird von Gott weniger als nichts geachtet.

55. Fürchte Gott, tue recht und scheue niemand, denn was kann dir der Staub tun.

Im Kleinen Katechismus schreibt D. Martin Luther:

DER ERSTE ARTIKEL

Von der Schöpfung

Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer Himmels und der Erde.

Was ist das ?

Ich glaube, daß mich Gott geschaffen hat samt allen Kreaturen, mir Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne gegeben hat

und noch erhält;

dazu Kleider und Schuh, Essen und Trinken, Haus und Hof, Weib und Kind, Acker, Vieh und alle Güter;

mit aller Notdurft und Nahrung dieses Leibes und Lebens mich reichlich und täglich versorget,

wider alle Fährlichkeit beschirmet und vor allem Übel behütet und bewahret;

und das alles aus lauter väterlicher, göttlicher Güte und Barmherzigkeit, ohn all mein Verdienst und Würdigkeit:

des alles ich ihm zu danken und zu loben und dafür zu dienen und gehorsam zu sein schuldig bin.

Das ist gewißlich wahr.


 Bete mit Martin Luther hierzu:

Erstens lehrst Du mich hier, ewiger Gott, mit kurzen Worten, wer ich bin und wo ich herkomme, nämlich, daß ich Dein Geschöpf bin, Deine Kreatur und Dein Werk. Denn von mir selbst bin ich nichts, kann nichts, weiß nichts und vermag nichts; denn was bin ich vor tausend Jahren gewesen? Gar nichts! Was ich aber bin, weiß, kann und vermag, das ist von Dir geschaffen. Ich kann mich vor Dir nur dessen rühmen, daß ich selber gar nichts bin, Du aber mein Schöpfer, der auch die Macht hat, mich jederzeit zunichte zu machen.

Zum anderen: danke ich Dir dafür von Herzen, daß wir durch Deine Güte aus Nichts geschaffen sind und aus Nichts täglich erhalten werden, daß wir so feine Geschöpfe sind, die Leib und Seele, Vernunft, fünf Sinne haben, und daß Du uns zu Herren über die Erde, Fische, Vögel, Tiere und so fort gesetzt hast.

Zum dritten beichte ich und klage über meinen Unglauben und Undankbarkeit, daß ich dieses so oft nicht zu Herzen genommen, geglaubt, bedacht und erkannt habe, ärger als die unvernünftigen Tiere.

Zum Vierten bitte ich um rechten Glauben und Gewißheit, daß ich an Dich, mein lieber Gott hinfort mit allem Ernst glauben und an Dir festhalten möge. Amen.


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