Sorge für deine Seele!


Die christlichen Lebensregeln von Johann Rittmeyer Nummer 56 - 60


"Wieviele nach dieser Regel einhergehen, über die sei Friede und Barmherzigkeit." (Gal. 6, 16)


56. Gewöhne dein Herz an ständige Stoßgebete und heimlichen Seufzern, die du in allen deinen Beginnen, auch mitten unter deiner Arbeit zu Gott schickst, so wirst du manche Not aus dem Weg stoßen und manchen Segen Gottes zu dir herunter holen.

57. Suchst du etwas anderes als einzig und allein Gott in und vor allen Dingen, so wirst du in Zeit und Ewigkeit nichts finden.

58. Vertraue Gott, so bist du versichert, daß er dir in der allergrößten Not am allernächsten ist.

59. Die größte Furcht, die dich oder irgendeinen Menschen betreffen kann, soll sein: Gott nicht zu verlieren.

60. Die Bekehrung ist die erste Pforte und ein heiliges Leben ist der Weg zum Himmel. Obwohl nun diese Pforte enge und der Weg schmal ist, so wird doch das glückselige Ende alles bezahlen.

Im Kleinen Katechismus schreibt D. Martin Luther:

DER ZWEITE ARTIKEL

Von der Erlösung

Und an Jesus Christus, Gottes eingebornen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuziget, gestorben und begraben, niedergefahren zur Hölle, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel, sitzend zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dannen er kommen wird, zu richten die Lebendigen und die Toten.

Was ist das ?

Ich glaube, daß Jesus Christus, wahrhaftiger Gott vom Vater in Ewigkeit geboren und auch wahrhaftiger Mensch von der Jungfrau Maria geboren, mein Herr ist,

der mich verlorenen und verdammten Menschen erlöset hat, erworben, gewonnen von allen Sünden, vom Tode und von der Gewalt des Teufels ; nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen, teuren Blut und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben; auf daß ich sein eigen sei und in seinem Reich unter ihm lebe und ihm diene in ewiger Gerechtigkeit, Unschuld und Seligkeit, gleichwie er ist auferstanden vom Tode, lebet und regieret in Ewigkeit.

Das ist gewißlich wahr.


Bete mit Martin Luther hierzu:

Hier lehrst Du mich, lieber Gott, wie wir durch Christus, Deinen Sohn erlöst sind von dem Tode, in den wir durch Adams Sünde gefallen sind und ewig verderben müssen. Wie ich nun als von Dir geschaffenes Wesen mich zu Deinen Geschöpfen zählen darf und muß und nicht daran zweifeln darf, so darf und muß ich mich auch hier zu Deinen Erlösten zählen und nicht zweifeln, und stets Jesus Christus, unsern Herrn, das erste Wort lassen. Weil Er, Jesus Christus, aber unser Heil ist, so glaube ich, daß Er für uns gelitten habe, für uns gestorben und uns zugute auferstanden ist, daß dies alles uns gehört und gilt.

Sodann danke ich Dir herzlich für diese große Gnade und bin fröhlich für diese Erlösung.

Drittens beichte und klage ich meinen schändlichen Unglauben und daß ich an dieser Gnade gezweifelt habe, indem ich in meiner Seele eigene Leidenschaften und Ideologien vergöttert habe, und mich unzähliger Taten und Werke rühmte, die dieser Erlösung zuwider sind.

Viertens bitte ich Dich, lieber Vater, Du wollest mich bei rechtem reinen Glauben an Christus, meinen Herrn, erhalten bis ans Ende. Amen.


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