Sorge für deine Seele!
61. Siehe zu, was du tust, und wisse, daß es unmöglich ist, Gottes und der Welt Freundschaft auf einmal zu genießen.
62. Wer die Freude des ewigen Lebens mit einem zehn- oder zwanzigjährigen Wohlleben dieser Welt verwechselt, der muß sich fürwahr nicht wohl auf den Kaufhandel verstehen.
63. Denke, daß du diesen Tag nicht recht verbracht hast, an dem du kein Unrecht um der Liebe Gottes willen mit Geduld erlittest.
64. Denke daran, daß prunkvolle Kleider Netze und Fallstricke des Teufels sind, mit welchen zu prangen (weil sie ja Zeugnisse unserer Blöße und unseres Abfalls von Gott sind), es die gleiche Bewandtnis hat, als wenn ein vom Galgen entlaufener Dieb mit dem Strick prahlen würde, ja, daß es eine der unsinnigsten Torheiten ist, mit solcher Eitelkeit den Zorn Gottes nicht allein in der Seele, sondern auch über ganze Städte zu erwecken.
65. Haß mit Liebe zu vergelten, gute Werke mit Demut zu üben und das Unrecht zu leiden, muß unwidersprechlich bei einem wahren Christen sein.
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Im Kleinen Katechismus schreibt D. Martin Luther
Von der Heiligung
Ich glaube an den Heiligen Geist, eine heilige christliche Kirche, die Gemeinde der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und ein ewiges Leben. Amen.
Was ist das ?
Ich glaube, daß ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesus Christus, meinen Herrn, glauben oder zu ihm kommen kann;
sondern der Heilige Geist hat mich durch das Evangelium berufen, mit seinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiligt und erhalten,
gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden beruft, sammelt, erleuchtet, heiliget und bei Jesus Christus erhält im rechten, einigen Glauben;
in welcher Christenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünden reichlich vergibt und am Jüngsten Tage mich und alle Toten auferwecken wird und mir samt allen Gläubigen in Christus ein ewiges Leben geben wird.
Das ist gewißlich wahr.
Bete mit Martin Luther hierzu:
Hiermit lehrst Du mich, lieber Gott und Vater, wo ich meinen Schöpfer und Erlöser auf Erden äußerlich finden und antreffen soll und wo es alles zuletzt bleiben werde, nämlich wo die heilige christliche [katholische] Kirche ist, da findet man Gott Schöpfer, Gott Erlöser und Gott Heiligen Geist, der da täglich heiligt durch Vergebung der Sünden. Da ist aber die Kirche, wo Gottes Wort von diesem Glauben recht gepredigt und bekannt wird und die heiligen Sakramente ihrer Einsetzung entsprechend gefeiert werden.
Zweitens danke ich Dir, daß Du auch mich in diese Kirche berufen und hast kommen lassen.
Zum Dritten beichte und klage ich Dir, meinen Unglauben und meine Undankbarkeit, daß ich dies alles bisher vielmals nicht geachtet habe.
Zum Vierten bitte ich Dich um recht festen Glauben, harre und bleibe, bis ich dahin komme, wo
alles ewig bleiben wird, das ist nach der Auferstehung von den Toten, im ewigen Leben. Amen.Zu den christlichen Lebensregeln 56 - 60
Zu den christlichen Lebensregeln 66 - 70
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