Sorge für deine Seele!


Die christlichen Lebensregeln von Johann Rittmeyer 76 - 80


"Wieviele nach dieser Regel einhergehen, über die sei Friede und Barmherzigkeit." (Gal. 6, 16)


76. Gewöhne dich mit Ernst an das Stillschweigen (besonders da, wo es nicht nötig ist zu reden), denn das Reden hat so wohl seine Zeit als das Stillschweigen. Solches ist eine allgemeine Arznei und eine Vorsorge vor vielem Unglück und ein bewährtes Hilfsmittel zum Frieden und der Ruhe des Gemüts.

77. Willst du andere belehren, so tue selber das, was du lehrst, denn sonst bist du ein Verführer und machst, daß die Leute mehr sündigen.

78. Vertraue dem keine Heimlichkeiten, der seine eigenen Heimlichkeiten nicht verschweigen kann.

79. Wessen Mund gerne von schändlichen, unzüchtigen und unbilligen Sachen redet, dessen Herz und Wille ist gewiß auch so gesinnt, dergleichen zu vollbringen.

80. Rede keine Lügen, ob sie dir wohl scheinen gütlich zu sein, denn sie werden dir künftig unfehlbar Schaden bringen. Der Mund, der vorsätzlich Lügen redet, tötet die Seele. Befleißige dich aber der Wahrheit, auch wenn du meinst, daß sie dir jetzt schädlich sein könnte, denn sie wird dir zu ihrer Zeit zu großem Nutzen gereichen.

Im Kleinen Katechismus schreibt D. Martin Luther:

DIE DRITTE BITTE

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden.

Was ist das ?

Gottes guter, gnädiger Wille geschieht wohl ohne unser Gebet; aber wir bitten in diesem Gebet, daß er auch bei uns geschehe.

Wie geschieht das ?

Wenn Gott allen bösen Rat und Willen bricht und hindert, so uns den Namen Gottes nicht heiligen und sein Reich nicht kommen lassen wollen, als da ist des Teufels, der Welt und unsres Fleisches Wille; sondern stärket und behält uns fest in seinem Wort und Glauben bis an unser Ende. Das ist sein gnädiger, guter Wille.

Bete mit Martin Luther hierzu:

Das ist uns leid, o Vater im Himmel, daß wir Deine heilsame Hand in unserm Leben oft nicht verstehen noch leiden mögen. O gib uns doch Deine Gnade, daß wir Deinen göttlichen Willen in uns geschehen lassen. Ja, auch, wenn es uns wehe tut, so banne aus unserer Seele alles böse Wesen, damit Dein heiliger Wille, nicht der unsere geschehe. Hilf uns, daß wir nichts nach unserem eigenen Gutdünken, Willen und Meinung vornehmen und vollbringen, denn unser und Dein Wille sind gegen einander, aber nur Deiner ist gut, auch wo wir das nicht erkennen, unser eigener hingegen böse, auch wenn er uns gut zu sein scheint. Amen.

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